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Timo Hildebrand: Der Demütige

Timo Hildebrand trainiert seit dieser Woche in Frankfurt bei der Eintracht − er gibt sich geläutert. Vor allem träumt er davon, wieder in der Bundesliga zu spielen.

Timo Hildebrand (Archivbild).
Timo Hildebrand (Archivbild).
Foto: dpa
Frankfurt –  

Natürlich hat Timo Hildebrand ein paar bekannte Gesichter getroffen am Dienstag bei seinem ersten Training unter stahlblauem Himmel in Frankfurt: Mit Chefcoach Armin Veh und Konditionstrainer Christian Kolodziej arbeitete der Torhüter zu glorreichen Stuttgarter Zeiten zusammen, andere, Oka Nikolov, „das Urgestein“, wie Hildebrand den neuen Teilzeitkollegen liebevoll und ein bisschen ehrfürchtig nennt, kenne er halt aus der Bundesliga. Es war, als seufzte er das Wörtchen Bundesliga. Die Sehnsucht nach der Beletage des deutschen Fußballs, das ist zu hören im Gespräch, ist riesig, Hildebrand, 32, treibt der Gedanke an, endlich wieder dazuzugehören zu diesem exklusiven Kreis. „Ich würde gerne zurückkehren“, sagte er. „Aber ich muss warten, bis sich eine Tür öffnet.“ Er hätte auch sagen können: Ob sich eine Tür öffnet.

Für Hildebrand waren die vergangenen vier Jahre so etwas wie die Hölle auf Erden, nicht immer, aber doch die meiste Zeit. Gerade, als er auf dem absoluten Höhepunkt war, begann der stete Abstieg des einstigen Nationalkeepers. Heute ist er ganz unten angekommen, vereinslos, arbeitssuchend. Nur seinem früheren Trainer Veh hat er es zu verdanken, dass er künftig wieder mit einer Fußballmannschaft unter professionellen Bedingungen trainieren darf, zuvor hielt er sich vier Monate mit Einzeltraining bei Torwarttrainer Kai Rabe fit. Da wird man automatisch zum Einzelkämpfer.

2007 war Hildebrand obenauf, Meister mit dem VfB Stuttgart, Nationaltorwart, er wechselte er nach Spanien zum FC Valencia. Der nächste Schritt auf der Karriereleiter. „Ich wollte unbedingt dorthin“, sagt er rückblickend. Nun weiß er es besser: „Da ging es chaotisch zu, das war ein Fehler.“ In Deutschland erinnerte man sich an ihn, die TSG Hoffenheim holte Hildebrand. Er zeigte schwankende Leistungen, eckte aber vor allen Dingen intern an, galt als zu negativ, zu kritisch, er ziehe, lautete der Vorwurf, die anderen runter. Heute, mit gebotenem Abstand, befindet er: „Der Verein ist zu schnell zu hoch gestiegen, ich hätte besser schweigen, nicht zu kritisch sein sollen.“ In Portugal, bei Sporting Lissabon, war er anschließend weg vom Fenster, stand im Abseits. „Das Ausland hat mir nicht gut getan“, betont er. Hildebrand sucht die Schuld nicht bei anderen, er gibt sich geläutert. „Ich habe viel Zeit gehabt, um mir zu überlegen, was ich falsch gemacht habe.“ Er will offener sein, positiver. Ein Hauch Arroganz umhüllte den Blondschopf stets, enge Vertraute wissen: Es war ein Selbstschutz, um Unsicherheit zu kaschieren.

Der in Worms geborene Schlussmann, der zurzeit im Elternhaus in Hofheim (Ried) bei Lampertheim wohnt, weiß, dass ihm die Welt nicht mehr offen steht. Er wird hart kämpfen müssen, um noch mal unterzukommen. „Der Torwartmarkt ist ein ganz spezieller“, sagt er. „Und es gibt viele junge deutsche Torhüter, die nachgerückt sind.“ Die Zeiten, da er sich die Vereine aussuchen konnte, sind vorüber. „Ich bin mit sehr viel Demut bei der Sache“, gibt er zu. Ins Ausland will er jedoch nicht mehr, die Zweite Bundesliga aber „schließe ich nicht aus“. Kann er auch nicht.

Ob er, der nun vom gut vernetzten Jörg Neblung beraten wird und in Frankfurt gut aufgenommen wurde, womöglich gar bei der Eintracht unterkommen wird? Hildebrand weiß, dass die Spekulationen ins Kraut schießen. „Darüber habe ich mir gar keine Gedanken gemacht“, sagt er. „Es ist einfach schön, wieder mit einer Mannschaft trainieren zu können.“ Hildebrand darf bleiben, bis er einen neuen Klub gefunden − oder Armin Veh überzeugt hat.

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  21 | 9 | 2011
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1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
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