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Vor dem Spiel gegen München: Angstlos in Fröttmaning

Bei Eintracht Frankfurt kehren rechtzeitig vor dem Bayern-Spiel drei Defensiv-Stabilisatoren ins Team zurück. Von Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz

Selim Teber hofft auf einen Einsatz von Anfang an gegen seinen alten Klub TSG Hoffenheim.
Selim Teber hofft auf einen Einsatz von Anfang an gegen seinen alten Klub TSG Hoffenheim.
Foto: Schick

Wenn alles planmäßig läuft, wird Eintracht Frankfurt am kommenden Samstag, 17.20 Uhr, in der Tabelle vor dem FC Bayern München stehen. Zwei Punkte beträgt zwar jetzt noch der Abstand zwischen den beiden Teams, aber kein Trainer der Welt geht in ein Spiel und hakt es schon im Vorhinein ab. Erst recht nicht Michael Skibbe. Auch wenn es gegen den FC Bayern München geht. Geplant ist: Aus einer gut und kompakt stehenden Defensive heraus entscheidende Nadelstiche setzen, den Bajuwaren wenig gestatten, auf einen ähnlich überragenden Oka Nikolov wie vom 3. November 2007 (0:0) bauen und kurz vor Schluss das 1:0 schießen. So weit die Theorie.

Am Samstag also geht es für die Eintracht nach Fröttmaning gegen die Bayern, es ist das erste von zwei Spielen binnen kürzester Zeit gegen den gleichen Gegner - am Mittwoch treffen sich beide erneut, dann aber im Achtelfinale des DFB-Pokals und in Frankfurt. In München können die Hessen befreit und ohne Druck aufspielen. Der Sieg gegen Hannover hat ihnen die nötige Luft nach hinten verschafft, zudem haben Auswärtsspiele, auch gegen Bayern, längst ihren Schrecken verloren. "Der Heimvorteil ist nicht mehr so immens wie früher. Man hat bei jedem Gegner auch seine Möglichkeiten", sagte etwa der Frankfurter Trainer Michael Skibbe dieser Tage. Und bangemachen gilt bei ihm schon mal gar nicht, eine so mutlose Angsthasenvorstellung wie beim letzten 0:4 am 11. April dieses Jahres soll es nicht noch einmal geben.

Was darüberhinaus für die Frankfurter sprechen könnte: Skibbe hat für dieses Spiel personell wieder mehr Alternativen. Immerhin kehren drei Stammspieler nach Verbüßen ihrer Sperren ins Team zurück: Marco Russ, Pirmin Schwegler und auch Selim Teber. Damit lässt sich schon ein wenig Zement anrühren. Daraus folgt zwingend: Chris, für Skibbe der wichtigste Spieler, wird ins defensive Mittelfeld zurückkehren. "Seine Präsenz ist für die Mannschaft unersetzlich. Durch ihn rückt das ganze Team ein Stück weiter nach vorn." Chris, der zuletzt zentral innen verteidigen musste, soll in erster Linie die Angriffe der Bayern schon im Keim ersticken und auch in der Luft für die erforderliche Hoheit sorgen. In der Abwehr hatte der Brasilianer zuletzt nicht seine stärksten Auftritte gehabt. Marco Russ ist ohnehin gesetzt und Maik Franz hat sich seinen Platz in der Innenverteidigung erkämpft und verdient.

Auch Pirmin Schwegler wird zur Stabilität des defensiven Verbundes beitragen. Der Schweizer Nationalspieler ist bislang die Entdeckung der Saison, mit konstant guten Leistungen hat er sich fast unverzichtbar gemacht. Womöglich hat hingegen die Pause dem zuletzt etwas matt wirkenden Selim Teber gut getan, auf seine Laufstärke und Kampfkraft könnte es ankommen - oder hofft Skibbe vielleicht doch eher auf einen entscheidenden Standard? Das würde Markus Steinhöfer im Spiel lassen.

Die Reise in die bayerische Kapitale wird sich Ioannis Amanatidis sparen können. Der Stürmer, zuletzt sehr verletzungsanfällig, will seinen Faserriss im Oberschenkel erst einmal komplett auskurieren. Sogar sein Einsatz im Pokalspiel am Mittwoch nächster Woche ist gefährdet. Halb so wild: In München schießt das 1:0 kurz vor Schluss sowieso ein anderer, Alexander Meier nämlich, der Mann für die letzten Minuten.

Autor:  Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz
Datum:  19 | 10 | 2009
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