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Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

23. November 2012

„Abwrackprämie" für Kühlschränke: Berlin prüft Hilfen zum Stromsparen

 Von Stefan Sauer
Mit neuen Kühlschränken lässt sich viel Geld sparen. Foto: dpa

Der Umweltbundesminister erklärt, es gebe „konkrete Überlegungen", wie Menschen mit geringem Einkommen beim Kauf energiesparender Haushaltsgeräte unterstützt werden könnten.

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Das Weltklima gerät aus den Fugen, immer mehr Kohlendioxid gelangt in die Atmosphäre, die Strompreise steigen rasant. Um durchschnittlich zwölf Prozent wird der Saft aus der Steckdose zum 1. Januar teurer in Deutschland. Weniger Energie zu verbrauchen, erscheint mithin als Königsweg. Er lässt Kosten sinken, vermindert den CO2-Ausstoß und bremst globalen Temperaturanstieg.

Menschen mit geringen Einkünften haben allerdings ein Problem: Sie verfügen nicht über das Geld, energieeffiziente Haushaltsgeräte anzuschaffen, können aber auch ihre Stromrechnung kaum mehr zahlen. So liegt die Idee nahe, finanzschwachen Haushalten durch staatliche Unterstützung den Kauf genügsamer Kühlschränke zu ermöglichen, die zu den größten Stromfressern zählen.

„Abwrackprämie" nicht beschlossen

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), so hieß es am Freitag in einem Zeitungsbericht, plane ebendies: Eine Art Abwrackprämie für Altkühlschränke, die in Gutscheinform Hartz-IV-Empfängern zugute kommen soll. Der Minister wies den Bericht zwar umgehend zurück: Solches sei keineswegs beschlossen. Es gebe lediglich „konkrete Überlegungen“, wie Menschen mit geringen Einkommen beim Kauf energiesparender Haushaltsgeräte unterstützt werden könnten.

Ein derart schwaches Dementi weist aber darauf hin, dass der Minister Sympathien für den Vorschlag hat. Eine andere Frage ist, ob staatliche Anreize für klimafreundliche Kühlschränke, Herde und Waschmaschinen sinnvoll wären. Die 2009 für Altautos angebotene Abwrackprämie war nämlich nur teilweise erfolgreich.

Die Bundesregierung hatte zweierlei von der 2500-Euro-Prämie erhofft, die bei Verschrottung eines mindestens zehn Jahre alten Fahrzeugs für den Kauf eines Neuwagens gezahlt wurde: Einerseits eine Entlastung der Umwelt durch spritsparende Motoren, anderseits eine Konjunkturspritze für die deutsche Autobranche im Krisenjahr. Eine Studie des Bundesumweltministeriums gelangte zu dem Ergebnis, die Abwrackaktion habe den CO2-Ausstoß um lediglich 100 000 Tonnen oder knapp ein Prozent reduziert. Zwar waren die Neuwagen sparsamer, oft aber auch höher motorisiert als die alten: ein Nullsummenspiel.

Ökologischer Effekt wäre messbar

Auch für die deutsche Autoindustrie erwies sich die Wohltat als übersichtlich. Am stärksten profitierten die Marken Hyundai, Suzuki und Fiat, deren Absatz in Deutschland während der ersten beiden Quartale 2009 um mehr als 100 Prozent zunahm. Heimische Hersteller verbuchten deutlich geringere Zuwächse. Dennoch erwies sich die Abwrackprämie als tragfähige Brücke für deutsche Autobauer, bis der Export 2010 wieder zulegte.

Auf Haushaltsgeräte lassen sich diese Erfahrungen nicht ohne weiteres übertragen. Zumindest ökologisch wäre der Effekt messbar, da moderne Kühlgeräte bis zu 90 Prozent weniger Strom verbrauchen als alte. So würden Verbraucher und Umwelt entlastet. Angesichts heftiger Strompreiserhöhung erscheint eine Sonderhilfe für Hartz-IV-Empfänger im Bundestagswahljahr indessen als heikel. Was bleibt den Beschäftigten, denen 20 Strom-Euro mehr im Monat ebenfalls wehtun? Eine flächendeckende Förderung wiederum käme viel teurer. Minister Altmaier müsste darum streiten. Ob er’s tut? Man darf gespannt sein.

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