Die Aussage klang unmissverständlich. Es besteht „nahezu überall erhebliches Verbesserungspotenzial“, sagte Energiekommissar Günther Oettinger am Donnerstag in Brüssel, als er den ersten EU-weiten AKW-Stresstest der EU vorlegte. Er gestand aber auch ein, dass die Ergebnisse schwer zu durchschauen sind. „Eine Verbraucherampel Grün-Gelb-Rot wird es am AKW nicht geben.“
Atomkraft trägt rund ein Viertel zum Energiebedarf in Deutschland bei. Doch der radioaktive Abfall muss irgendwo untergebracht werden. FR-online zeigt die Meiler und Endlager in Deutschland, welche Störfälle es gab und wo endgelagert werden soll. Hier ein Castorbehälter, mit einer Wärmekamera fotografiert.
Foto: dpaFast eine Woche lang war in Brüssel über den Stresstest diskutiert worden, weil zu Wochenbeginn ein Entwurf des Papiers bekannt wurde. Aus der Kommission hieß es, Oettinger habe sich noch mal über das Papier beugen müssen. Oettinger sprach von einem „Austausch“ mit den nationalen Aufsichtsbehörden. Seine Beamten mühten sich redlich, die Ergebnisse der fünfzigseitigen Studie im Detail zu erklären, leichter verständlich wurde sie nicht. Herausgekommen ist eine Liste, die ein wenig ans Schiffe versenken erinnert. Es wimmelt von Kreuzchen und Strichen. Ein Blick auf ein paar Ergebnisse.
Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Vorjahr forderten die Staats-und Regierungschefs der EU einen Sicherheitsbericht an. Geprüft wurden 134 AKW in der EU sowie der Schweiz und der Ukraine. Zunächst wurden Selbstauskünfte der Stromkonzerne als Betreiber auswertet, dann die Zusammenfassung der nationalen Aufsichtsbehörden überprüft. Schließlich konnten internationale Teams ausgewählte Reaktoren vor Ort inspizieren. Das besondere Augenmerk der Studie galt der Erdbebensicherheit, der Folgen eines Flugzeugabsturzes auf ein AKW, dem Störfallmanagement, die Gefahr einer Wasserstoffexplosion im Falle eines Unfalls und der Zeit, die im Ernstfall bleibt, um alternative Sicherheitssysteme wie Notstromaggregate für das Kühlsystem hochzufahren. Aus der Erfahrung von Fukushima wurde hier als kritische Zeit 60 Minuten angesetzt.
Der Bau des Endlagers für Atommüll wird voraussichtlich erst 2019 fertig. Es drohen Zusatzkosten von bis zu einer Milliarde Euro. Zur Grafik...