Das Kabinett hat die neuen Konditionen für die Solarförderung gestern gebilligt. Doch die Debatte über die Folgen wird schärfer. "Die Belastungen für die Bürger werden steigen", sagte ein Sprecher des Beratungsunternehmens Photon der Frankfurter Rundschau.
Ende März soll die Reform im Bundestag auf den Weg gebracht werden. Die zentralen Punkte: Die Förderung neuer Dachanlagen soll um 16 Prozent sowie für Solarparks auf Freiflächen um 15 Prozent gekürzt werden. Auf reinen Ackerflächen wird es gar keine Förderung mehr geben, um eine Konkurrenz mit dem Anbau von Nahrungsmitteln zu verhindern. 80 Prozent der Solaranlagen sind in Deutschland auf Dächern installiert. Solarstrom macht nur rund ein Prozent der gesamten Strom Erzeugung aus.
Photon sieht große Probleme durch die geplante stärkere Förderung des Eigenverbrauchs. Wer selbst gemachten Strom auch selbst verbraucht, erhält 20 Cent. Hinzu kommen derzeit durchschnittlich etwa 20 Cent an finanziellem Vorteil pro Kilowattstunde, da vom Versorger weniger Strom gekauft werden muss. Das macht ein Bonus von acht Cent im Vergleich zum Einspeisen, denn dafür gibt es bei Dachanlagen nur noch rund 32 Cent. Bislang machte der Bonus lediglich 3,6 Cent aus. Die Bundesregierung will damit den Eigenverbrauch voran bringen.
Der Branchenverband BdEW sieht darin ein falsches Signal. Mehr Eigenverbrauch könne dazu führen, dass in Zeiten mit hohem Bedarf Solarstrom fehle, so ein Sprecher. Netzbetreiber müssen dann teuren Strom etwa aus Gaskraftwerken einkaufen.
Ein Photon-Sprecher macht außerdem darauf aufmerksam, dass dem Bund und den Kommunen durch mehr Eigenverbrauch Einnahmen entgehen. Denn Konzessionsabgaben und Stromsteuer würden nur auf eingespeiste Elektrizität erhoben. Hinzu komme dass bei mehr Selbstnutzung die Fixkosten fürs Betreiben der Netze auf weniger Schultern verteilt würden. "Auch dafür müssen letztlich die Kunden zahlen", so der Photon-Sprecher. Vor allem Gewerbetreibende würden durch den Acht-Cent-Bonus ermuntert, ihr eigener Stromproduzent zu werden.
Die Solarbranche befürchtet hingegen, dass mit der Kürzung der Sätze die Nachfrage schrumpft und Arbeitsplätze verloren gehen.
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