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Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

25. September 2012

Chemieindustrie zu Strompreisen: Chemiker wollen nicht für Energiewende zahlen

BASF-Werk in Ludwigshafen Foto: obs

Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus der Chemieindustrie warnen vor hohen Energiepreisen. Gerade ihre Branche brauche die meiste Energie - und verlangt darum auch Privilegien bei Ökosteuer und Emissionshandel.

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Chemie-Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor den Folgen steigender Strompreise durch die Energiewende für ihre Industrie gewarnt: „Verliert die Chemie in Deutschland ihre Wettbewerbsfähigkeit, steht nicht nur der Produktions- und Forschungsstandort auf dem Spiel, sondern das Industrienetzwerk insgesamt wird in Mitleidenschaft gezogen“, zitiert das „Handelsblatt“ aus dem Schreiben.

Die Chemiebranche stehe für den absolut höchsten Energiebedarf aller Branchen in Deutschland. Sie pocht nun auf die Beibehaltung aller Privilegien für die Industrie. „Eine der wichtigsten Standortbedingungen für die energieintensive Chemieproduktion ist die Gewährung von Entlastungsregelungen, beispielsweise bei EEG, Ökosteuer und Emissionshandel“, heißt es in dem Brief. Industriestrom müsse zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sein. Die Unternehmen befürchten, dass die Strompreise durch den Umstieg auf erneuerbare Energien noch weiter klettern. Jede Preiserhöhung beim Strom um einen Cent je Kilowattstunde erhöhe die Produktionskosten für die Chemiefirmen Branchenangaben zufolge um 500 Millionen Euro pro Jahr. Kritiker der Opposition im Bundestag und von Umweltverbänden verlangen dagegen, die Kosten der Energiewende gerechter zu verteilen und auch die Konzerne stärker einzubeziehen.

Den Brief haben laut Handelsblatt der Chef des Verbandes der chemischen Industrie, Klaus Engel, der Chef der Chemiegewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, sowie Eggert Voscherau, Chef des Chemie-Arbeitgeberverbandes BAVC, gemeinsam unterzeichnet.

Sorgen mache auch die Zuverlässigkeit der Versorgung. Die erneuerbaren Energien seien für die Grundlastversorgung „gegenwärtig nicht geeignet, da Wind und Sonne immer nur zeitweise Strom produzieren“, heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier, das den Brief ergänzt.

Die Botschaft der Branche erreichte die Kanzlerin kurz vor dem heutigen Tag der deutschen Industrie. Neben Merkel wurde auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) als Gast dazu erwartet. Die von der Regierung beschlossene Energiewende ist in der heimischen Industrie umstritten. (dpa/dapd/rtr/jam)

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