Bund und EU wollen neue Gas- und Kohlekraftwerke subventionieren. Mit Millionen von Euro, die eigentlich der Öko-Energie zu Gute kommen sollten.
Braunkohle-Kraftwerke sind nicht gerade klimaneutral.
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Braunkohle-Kraftwerke sind nicht gerade klimaneutral.
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Berlin –
Die Bundesregierung plant, den Neubau von Gas- und Kohlekraftwerken mit Millionensummen aus dem staatlichen Klimafonds zu subventionieren, der eigentlich zur Förderung von Öko-Energien eingerichtet wird. Das teilte das Wirtschaftsministerium auf Anfrage der Grünen mit. Deren Bundestagsfraktion kritisiert das als Etikettenschwindel.
Laut Wirtschaftsministerium soll „in den Jahren 2013 bis 2016 der erforderliche Neubau hocheffizienter, flexibler und CCS-fähiger fossiler Kraftwerke mit fünf Prozent der jährlichen Ausgaben des Energie- und Klimafonds gefördert werden“, heißt es in dem Schreiben, das der Frankfurter Rundschau vorliegt. Damit plant Schwarz-Gelb, 2013 bis zu 166,5 Millionen Euro Fördergelder für neue CO2-Produzenten auszugeben, 2014 bis zu 163,5 Millionen.
"Union und FDP behindern den Energie-Umbau"
Das Geld stammt aus dem CO2-Zertifikatehandel und wird offenbar von den Töpfen für „Energieeffizienz“ abgezweigt, in die laut Haushaltsentwurf von 2013 an rund 400 Millionen Euro pro Jahr fließen sollen. Dadurch werden die Subventionen dort fehlen, wo Wirtschaft und Verbraucher bei der echten Umstellung auf moderne und energiesparende Maschinen und Geräte unterstützt werden könnten.
Unkonventionelle Energiegewinnung
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Unkonventionelle Energiegewinnung
Erdwärme-Kraftwerke, wie dieses im mecklenburgischen Neustadt-Glewe im Kreis Ludwigslust, das 2003 offiziell ans Netz ging, arbeiten mit unterschiedlichen Methoden. Das Geothermie-Kraftwerk nutzt 97 Grad heißes Tiefenwasser aus der Erdkruste und erzeugt jährlich 1.400 Megawattstunden Strom für bis zu 500 Haushalte.
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Auch sogenannte Biogasanlagen ermöglichen es, alternative Energien zu gewinnen. Eines steht in Schwedt in der neuen Anlage des Betreibers Verbio. Die Biogasanlage nahm im März offiziell ihren Betrieb auf. Die Technik wird schon an vielen Stellen genutzt.
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Hier werden nur Reststoffe verwertet. Die Produktionsstätte ist mit einer bestehenden Anlage des Unternehmens zur Bioethanol-Herstellung gekoppelt. Die Biogasanlage kostete nach Unternehmensangaben rund 40 Millionen Euro. und erzeugt rund 30 Megawatt Strom.
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Zu den unkonventionellen Methoden der Energiegewinnung zählen Aufwindkraftwerke. Ihre gigantischen Ausmaße machen sie für Europa wenig geeignet: Bis zu 1000 Meter hoch und 100 Meter breit müssen sie sein. An ihrem Fuß soll ein fast fünf Kilometer großes Glasfeld die von der Sonne im Boden erzeugte Hitze zum Turm in der Mitte leiten und die dort integrierten Turbinen antreiben.
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Mit dieser Technik können 200 Megawatt Strom pro Turm erzeugt werden. Allerdings wohl eher in unbewohnten Wüstenregionen. Eine Anlage kostet bis zu 800 Millionen Euro.
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Eine der ältesten Formen der Energiegewinnung ist Wasserkraft. Das geht jedoch nicht nur durch Staustufen sondern auch mit Gezeitenkraftwerken wie hier in St. Malo (Archivbild). Ebbe und Flut lassen den Wasserstand um bis zu zehn Meter schwanken. Spitzenleistung liegt bei 240 Megawatt.
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Einen ganz anderen Weg beschreiten Druckluftkraftwerke. Weltweit gibt es erst zwei, eins davon in Huntdorf bei Bremen. Es verfügt über eine Leistung von 321 Megawatt.
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Bei Solnova 1 bündeln Spiegel in Form von Parabolrinnen das Sonnenlicht in einem Rohr und heizen das darin zirkulierende Spezialöl, das sogenannte Wärmeträgermedium, auf. Ein anderer Weg besteht darin, das Sonnenlicht von zahlreichen flachen Spiegeln auf einer kleinen Fläche an der Spitze eines oft mehr als 100 Meter hohen Turmes zu bündeln. Vermutlich werden unterschiedliche Technologien im Rahmen des visionären Projekts Desertec zum Einsatz kommen: Das Projekt sieht vor, Strom solarthermischer Kraftwerke aus Nordafrika nach Europa zu übertragen.
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Alternative Energien sind auf dem Vormarsch. Manche sind gerade erst in der Entwicklung, andere längst eingeführt. FR-online.de zeigt die Möglichkeiten der Technik und die Perspektiven auf. Pumpspeicher-Kraftwerke, wie das Hohenwarte II-Kraftwerk in Thüringen, arbeiten mit Wasser. Das seit 1966 laufende Spitzenlastkraftwerk hat eine Leistung von 320 Megawatt Elektroenergie. Zu Zeiten von geringem Elektroenergieverbrauch wird Wasser von einem Unterbecken in das Oberbecken gepumpt, zu Zeiten mit hohem Energiebedarf strömt das Wasser aus dem Oberbecken wieder in das Unterbecken und treibt dabei Turbinen zur Stromerzeugung an.
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Stromerzeugung in Deutschland
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Stromerzeugung in Deutschland
Der Ausstieg aus dem Atomstrom könnte schneller erfolgen als geplant. Die Grafik zeigt die Anteile des Atomstroms bis 2019 - die Folgegrafik geht weiter....
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Bis 2030 könnte aller Strom aus erneuerbaren Energieformen stammen.
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Das Atommoratorium und Wartungsarbeiten führten im Mai 2011 zu der kuriosen Situation, dass nur sechs Atomkraftwerke am Netz waren. Dennoch brach nirgends die Stromversorgung zusammen. Die Fakten im Einzelnen....
Noch am 12. März 2011 halten sich Atomkraftwerke und Braunkohle die Waage...
Am 2. Mai sank die Stromerzeugung insgesamt und der Anteil der AKW erheblich.
Gehandelt wird der Strom an der Leipziger Börse EEX zum stündlichen Kauf. Die Grafik zeigt die Preisentwicklung.
Dabei ist die Herstellung unterschiedlich teuer - am günstigsten ist Braunkohle.
Windkraft zählt zu den teureren Energiegewinnungsformen ist aber viel umweltverträglicher. Geeignete Standorte dafür gibt es vor allem in Norddeutschland.
Der Strom für deutsche Steckdosen kommt aus verschiedenen Quellen: Braunkohle, Gas, Steinkohle und Uran (AKW). Damit der Strom alle Haushalte erreicht gibt es Stromtrassen - doch deren Kapazität reicht laut Experten nicht aus. Daher sind neue Stromtrassen vor allem für erneuerbare Energien geplant.
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So hat das Wuppertal-Institut berechnet, dass allein im deutschen Stromsektor durch Investitionen in Effizienz – etwa den Austausch von Industriepumpen – von 2020 an dauerhaft Einsparungen von 68,3 Milliarden Kilowattstunden (kWh) im Jahr erreicht würden. Das entspricht der Jahresproduktion von etwa zehn Atomkraftwerken. Durch Effizienzmaßnahmen im Wärmebereich, etwa Haussanierungen, würden jährlich 155 Milliarden kWh Wärmeenergie eingespart. Dies würde ermöglichen, alle deutschen AKW klimaneutral zu ersetzen, selbst wenn zunächst der Bedarf an Strom aus fossilen Kraftwerken steigt.
Die Grünen kritisieren daher die Förderpläne der Regierung. Zwar sehen auch sie Bedarf an neuen, flexiblen Gaskraftwerken als Brückentechnik für die stillgelegten AKW. Sie fordern aber den Ausschluss von Kohle aus staatlicher Förderung. „Kohlekraftwerke sind klimaschädlich und zu unflexibel, um die Schwankungen der Erneuerbaren auszugleichen“, sagte Grünen-Energieexperte Oliver Krischer der Frankfurter Rundschau. „Union und FDP zementieren mit der Subventionierung alte Energieerzeugungsstrukturen und behindern den notwendigen Umbau.“
Tatsächlich mehren sich die Forderungen aus der Union, aber auch der SPD, die der Kohle, vor allem „der heimischen Braunkohle“, mehr Bedeutung zuweisen – wie sich im Mai die CDU- und SPD-Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg in einem gemeinsamen Papier ausgedrückt hatten.
Immerhin betonte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Jochen Homann, die Förderung solle nur an Erzeuger gehen, die unter fünf Prozent der deutschen Energie produzieren. So würden die Pläne vor allem den Stadtwerken dienen, während die großen Energiekonzerne ausgeschlossen wären.
Diese können aber auf Hilfe von der Europäischen Union hoffen, um ihre Kohlekraftwerke zu finanzieren. Wie das Wirtschaftsministerium den Grünen ebenfalls mitteilte, will die EU-Kommission „spätestens bis Anfang nächsten Jahres“ erläutern, wie sie aus ihrem 2008 beschlossenen Energie- und Klimapaket ein „Kraftwerksförderprogramm in den Jahren 2013–2016“ finanzieren will. Geplant sei die Förderung von bis zu 15 Prozent der Investitionskosten pro Anlage. Allein für das geplante Braunkohlekraftwerk in Bergheim (NRW) könnte RWE so bis zu 330 Millionen Euro Baukostenzuschuss aus Öko-Fördertöpfen kassieren.
Den Konzernen kommen derlei Pläne gerade recht: Erst gestern verlangte ihr Branchenverband Finanzspritzen für neue Kohle- und Gaskraftwerke. „Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien werden neue Kraftwerke in Zukunft immer seltener in Betrieb sein“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, Ewald Woste, der Süddeutschen Zeitung. Investitionen würden sich daher kaum noch rentieren, wodurch die Förderung nötig werde. Woste regte Bauzuschüsse oder eine Prämie für stillstehende Kraftwerke an.