In China, Südkorea und im Golfstaat Abu Dhabi wird das Bewußtsein für erneuerbare Energien immer größer. Beim Weltgipfel für Zukunftsenergien fordert der chinesische Premierminister von jedem Einzelnen mehr Energie zu sparen. In Abu Dhabi entsteht derweil eine ökologische Musterstadt, die keine Abfälle und kein Treibhausgas produzieren soll.
Abu Dhabi –
Nur wenn das Energiesparen in den Mittelpunkt rückt, gelingt es, die Welt von morgen ausreichend mit Strom und Wärme zu versorgen. Das sagte der chinesische Premierminister Wen Jiabao am Montag bei der Eröffnung des 5. Weltgipfels für Zukunftsenergien in Abu Dhabi. Er forderte ein Umdenken im globalen Maßstab: Nicht nur technologische Revolutionen seien notwendig, um künftig Milliarden von Menschen zu versorgen, sondern auch Verhaltensänderungen bei jedem Einzelnen. „Wir brauchen zudem neue Ideen aus Wissenschaft und Technik, um im Rahmen nationaler Kreislaufsysteme mit möglichst wenig Ressourcen-Einsatz möglichst viel Effekt zu erzielen “, fügte Wen Jiabao hinzu.
Unkonventionelle Energiegewinnung
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Unkonventionelle Energiegewinnung
Erdwärme-Kraftwerke, wie dieses im mecklenburgischen Neustadt-Glewe im Kreis Ludwigslust, das 2003 offiziell ans Netz ging, arbeiten mit unterschiedlichen Methoden. Das Geothermie-Kraftwerk nutzt 97 Grad heißes Tiefenwasser aus der Erdkruste und erzeugt jährlich 1.400 Megawattstunden Strom für bis zu 500 Haushalte.
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Auch sogenannte Biogasanlagen ermöglichen es, alternative Energien zu gewinnen. Eines steht in Schwedt in der neuen Anlage des Betreibers Verbio. Die Biogasanlage nahm im März offiziell ihren Betrieb auf. Die Technik wird schon an vielen Stellen genutzt.
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Hier werden nur Reststoffe verwertet. Die Produktionsstätte ist mit einer bestehenden Anlage des Unternehmens zur Bioethanol-Herstellung gekoppelt. Die Biogasanlage kostete nach Unternehmensangaben rund 40 Millionen Euro. und erzeugt rund 30 Megawatt Strom.
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Zu den unkonventionellen Methoden der Energiegewinnung zählen Aufwindkraftwerke. Ihre gigantischen Ausmaße machen sie für Europa wenig geeignet: Bis zu 1000 Meter hoch und 100 Meter breit müssen sie sein. An ihrem Fuß soll ein fast fünf Kilometer großes Glasfeld die von der Sonne im Boden erzeugte Hitze zum Turm in der Mitte leiten und die dort integrierten Turbinen antreiben.
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Mit dieser Technik können 200 Megawatt Strom pro Turm erzeugt werden. Allerdings wohl eher in unbewohnten Wüstenregionen. Eine Anlage kostet bis zu 800 Millionen Euro.
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Eine der ältesten Formen der Energiegewinnung ist Wasserkraft. Das geht jedoch nicht nur durch Staustufen sondern auch mit Gezeitenkraftwerken wie hier in St. Malo (Archivbild). Ebbe und Flut lassen den Wasserstand um bis zu zehn Meter schwanken. Spitzenleistung liegt bei 240 Megawatt.
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Einen ganz anderen Weg beschreiten Druckluftkraftwerke. Weltweit gibt es erst zwei, eins davon in Huntdorf bei Bremen. Es verfügt über eine Leistung von 321 Megawatt.
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Bei Solnova 1 bündeln Spiegel in Form von Parabolrinnen das Sonnenlicht in einem Rohr und heizen das darin zirkulierende Spezialöl, das sogenannte Wärmeträgermedium, auf. Ein anderer Weg besteht darin, das Sonnenlicht von zahlreichen flachen Spiegeln auf einer kleinen Fläche an der Spitze eines oft mehr als 100 Meter hohen Turmes zu bündeln. Vermutlich werden unterschiedliche Technologien im Rahmen des visionären Projekts Desertec zum Einsatz kommen: Das Projekt sieht vor, Strom solarthermischer Kraftwerke aus Nordafrika nach Europa zu übertragen.
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Alternative Energien sind auf dem Vormarsch. Manche sind gerade erst in der Entwicklung, andere längst eingeführt. FR-online.de zeigt die Möglichkeiten der Technik und die Perspektiven auf. Pumpspeicher-Kraftwerke, wie das Hohenwarte II-Kraftwerk in Thüringen, arbeiten mit Wasser. Das seit 1966 laufende Spitzenlastkraftwerk hat eine Leistung von 320 Megawatt Elektroenergie. Zu Zeiten von geringem Elektroenergieverbrauch wird Wasser von einem Unterbecken in das Oberbecken gepumpt, zu Zeiten mit hohem Energiebedarf strömt das Wasser aus dem Oberbecken wieder in das Unterbecken und treibt dabei Turbinen zur Stromerzeugung an.
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Öko-Anteil bis 2030 verdoppeln
Der chinesische Spitzenpolitiker war zum ersten Mal in Abu Dhabi. Der Golfstaat, der durch seine Ölvorkommen reich wurde, bereitet sich auf die Zeit nach dem Versiegen der Quellen vor. Mitten in der Wüste entsteht zum Beispiel die ökologische Musterstadt Masdar City, die keine Abfälle und kein Treibhausgas produzieren soll. Null-Emissions-Technologien könnten, so die Hoffnung des kleinen Emirats, zum Exportschlager werden. Eine große Rolle spielt dabei naturgemäß die Solartechnik.
Weltgrößter Exporteur von Modulen zur Gewinnung von Sonnenenergie ist inzwischen China. In der Ausstellung, die parallel zum Energiegipfel in Abu Dhabi stattfindet und an der sich auch knapp fünfzig deutsche Firmen beteiligen, sind chinesische Firmen nicht zu übersehen. Man hofiert das Land wie kein anderes: So wurde Wen Jiabao vom Kronprinzen des Golfstaats zur Auftaktrede in den Saal geführt und danach wieder hinaus geleitet – beide Male erhob sich das Publikum respektvoll.
Den beiden anderen Festrednern, dem südkoreanischen Premier Kim Hwang-sik und dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, wurde nicht so viel Ehre zu teil. Und das, obwohl Ban Ki-moon mit seiner Rede das Internationale Jahr der nachhaltigen Energie für alle Menschen einläutete. Der Anteil von Wind- und Solarenergie sowie Wasserkraft müsse bis 2030 verdoppelt werden. Zudem sollten bis dahin alle Menschen Zugang zu Energie haben. „Es ist weder gerecht noch haltbar, dass einem von fünf Menschen der Zugang zu moderner Elektrizität fehlt“.
Große Ziele verfolgt auch Südkorea: Sein Land investiere zwei Prozent des Bruttosozialprodukts in grüne Technologien, sagte Hwang-sik. Als grün gilt hierbei auch die relativ klimaneutrale Kernkraft, in die Südkorea verstärkt investieren will.
Stromerzeugung in Deutschland
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Stromerzeugung in Deutschland
Der Ausstieg aus dem Atomstrom könnte schneller erfolgen als geplant. Die Grafik zeigt die Anteile des Atomstroms bis 2019 - die Folgegrafik geht weiter....
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Bis 2030 könnte aller Strom aus erneuerbaren Energieformen stammen.
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Das Atommoratorium und Wartungsarbeiten führten im Mai 2011 zu der kuriosen Situation, dass nur sechs Atomkraftwerke am Netz waren. Dennoch brach nirgends die Stromversorgung zusammen. Die Fakten im Einzelnen....
Noch am 12. März 2011 halten sich Atomkraftwerke und Braunkohle die Waage...
Am 2. Mai sank die Stromerzeugung insgesamt und der Anteil der AKW erheblich.
Gehandelt wird der Strom an der Leipziger Börse EEX zum stündlichen Kauf. Die Grafik zeigt die Preisentwicklung.
Dabei ist die Herstellung unterschiedlich teuer - am günstigsten ist Braunkohle.
Windkraft zählt zu den teureren Energiegewinnungsformen ist aber viel umweltverträglicher. Geeignete Standorte dafür gibt es vor allem in Norddeutschland.
Der Strom für deutsche Steckdosen kommt aus verschiedenen Quellen: Braunkohle, Gas, Steinkohle und Uran (AKW). Damit der Strom alle Haushalte erreicht gibt es Stromtrassen - doch deren Kapazität reicht laut Experten nicht aus. Daher sind neue Stromtrassen vor allem für erneuerbare Energien geplant.
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China plant neue Atomkraftwerke
China geht einen ähnlichen Weg: Sein Land produziere bereits mehr als zehn Millionen Kilowattstunden in Atomkraftwerken, berichtete Wen Jiabao, und 27 weitere Anlagen seien geplant. Derzeit sei China noch von der Kohle abhängig. Das werde man Schritt für Schritt ändern und den Anteil von Erdöl, Erdgas, Atomkraft und erneuerbaren Energien aus eigener Produktion erhöhen.
Die Ergebnisse langfristiger und teurer Energieforschung in den reichen Ländern sollten, unter Wahrung der Patentrechte, vermehrt armen Ländern zugutekommen.