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Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

25. April 2011

Energiewende: Atomlücke ohne Folgen

 Von Jakob Schlandt
Hier noch aktiv: das Kohlekraftwerk Staudinger  Foto: dapd

Seit über einem Monat stehen die sieben ältesten AKW still. Weitere fünf Reaktoren gehen im Mai vom Netz. Dann sind nur noch fünf laufende Anlagen übrig. Trotzdem: Die Energieriesen scheuen sich, ihre eingemotteten Gas- und Kohlekraftwerke in Betrieb zu nehmen.

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Seit über einem Monat stehen die sieben ältesten AKW still. Weitere fünf Reaktoren gehen im Mai vom Netz. Dann sind nur noch fünf laufende Anlagen übrig. Trotzdem: Die Energieriesen scheuen sich, ihre eingemotteten Gas- und Kohlekraftwerke in Betrieb zu nehmen.

Dabei hatten Eon- und RWE-Manager vor Versorgungsengpässen und Stromausfällen gewarnt. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau befinden sich derzeit sechs Kraftwerksblöcke in Deutschland in „Kaltreserve“, ein weiterer ist aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschaltet.

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Diese Gas- und Kohlekraftwerke sind nicht produktionsbereit, jedoch grundsätzlich funktionsfähig. Zwar müssten zum Teil Brennstoffe gekauft und Beschäftigte vor Ort gebracht werden. Auch sind bei einigen behördliche Genehmigungen nötig, bevor sie wieder ans Netz dürfen. Sie können jedoch ohne große Investitionen reaktiviert werden.

Hohe Kaltreserve

Bei den Reserve-Kraftwerken handelt es sich um eine Anlage von EnBW in Altbach bei Stuttgart sowie zwei Blöcke des baden-württembergischen Konzerns in Karlsruhe. Der deutsche Marktführer Eon hat zwei Anlagen eingemottet: das Gaskraftwerk Irsching 2 in Bayern sowie das Kohlekraftwerk Staudinger 2 in Großkrotzenburg bei Frankfurt. Auch der Kohlekraftwerksblock Mannheim 3 von EnBW, RWE und dem Mannheimer Unternehmen MVV ist nicht in Betrieb. Und schließlich ist ein RWE-Kohlekraftwerk im Saarland aus wirtschaftlichen Gründen nicht am Netz.

Insgesamt summiert sich die Leistung dieser Anlagen auf rund 1700 Megawatt. Das entspricht zum Beispiel der gesamten Strommenge der Atomreaktoren Neckarwestheim 1 und Isar 1. Sie wurden wegen des Moratoriums für die sieben ältesten Atomkraftwerke abgeschaltet.

Offenbar sollen die Kaltreserve-Kraftwerke dennoch nach derzeitigem Stand nicht wieder in Betrieb gehen. „Wir planen keine Änderungen in der Betriebsart unserer Kraftwerke“, heißt es bei Eon. „Ein 300-Megawatt-Steinkohleblock im Saarland ist derzeit aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Betrieb. Ob die Anlage später wieder ans Netz geht, ist derzeit offen“, meint eine RWE-Sprecherin. EnBW verweigerte die Auskunft mit dem Verweis auf „wettbewerbsrelevante Informationen“. Der vierte deutsche Energieriese Vattenfall hat keine Kraftwerke in Kaltreserve.

Verbraucher rechnen nicht mit Stromknappheit

Die Anlagen sind durchgängig älteren Baujahrs, haben hohe Betriebskosten und eine schlechte Klimabilanz. Experten sind wenig verwundert, dass die „alten Möhren“ nicht reaktiviert werden. „Die Großhandelspreise sind noch nicht ausreichend hoch, um das Anfahren der Kraftwerke in Kaltreserve für die Stromkonzerne attraktiv zu machen", meint Thorsten Lenck vom Analysedienst Energy Brainpool. Dass es auch noch keine Vorbereitungen in dieser Richtung gebe, zeige: „Auch in naher Zukunft rechnen die Versorger nicht mit dauerhafter Stromknappheit und hohen Erlösen für ihre Kraftwerke.“

Charlotte Loreck, Expertin des Öko-Instituts, sieht das ähnlich. Der durch das Moratorium leicht gestiegene Strompreis führe bisher nur zu höheren Stromimporten. „Würden echte Versorgungsengpässe drohen, dann würde sich der Betrieb der Anlagen wieder lohnen, und sie würden auch ans Netz gebracht werden.“

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