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Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

02. Januar 2013

Energiewende: IHK sieht sichere Stromversorgung gefährdet

Erneuerbare oder konventionelle Energie? Wenn es nach der IHK geht, sollenkonventionelle Kraftwerke modernisiert und neu gebaut werden - sonst sei die Stromversorgung in Norddeutschland nicht sicher. Foto: dpa

Die Energiewende gefährdet die sichere Stromversorgung in Norddeutschland, befürchten die Industrie- und Handelskammern. Der Präses der Handelskammer Hamburg fordert eine Modernisierung und den Neubau von konventionellen Kraftwerken.

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Die Energiewende gefährdet nach Ansicht der Industrie- und Handelskammern (IHK) die sichere Stromversorgung in Norddeutschland. Bis zum Jahr 2030 fallen im Norden rund 16 000 Megawatt der grundlastfähigen Kraftwerksleistung weg, das sind 90 Prozent, teilte die IHK Nord am Mittwoch in Hamburg mit. Gleichzeitig gehe es beim Bau von neuen Kraftwerken nur schleppend voran.

Allein in den vergangenen Jahren seien sechs Projekte gestoppt worden; gebaut würden dagegen nur vier neue konventionelle Kraftwerke mit einer Kapazität von 3000 Megawatt. In der IHK Nord sind 13 Kammern aus den norddeutschen Bundesländern zusammengeschlossen.

Konventionelle Kraftwerke modernisieren und neu bauen

„Die norddeutsche Wirtschaft ist auf eine bezahlbare und verlässliche Stromversorgung angewiesen. Diese kann auf absehbare Zeit nicht alleine durch die erneuerbaren Energien geleistet werden, vor allem weil Speichermöglichkeiten fehlen“, sagte der Präses der Handelskammer Hamburg, Fritz Horst Melsheimer. Daher müssten auch konventionelle Kraftwerke modernisiert und neu gebaut werden.

Erfreulich sei dagegen die Nachricht, dass Norddeutschland bundesweit Maßstäbe setze beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Anteil der Windenergie am Stromverbrauch liege im Norden mit rund 20 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 7,6 Prozent. Dennoch bleibe speziell der Ausbau der Offshore-Windenergie bisher weit hinter den politischen Zielsetzungen zurück. Die Bundesregierung strebe bis zum Jahr 2030 eine Offshore-Kapazität von 25 000 Megawatt an. Genehmigt seien dagegen erst 29 Windparks mit rund 9000 Megawatt; davon wiederum seien nur drei in Betrieb.

„Vor diesem Hintergrund muss das gewaltige Potenzial der Windenergie vor den Küsten, aber auch an Land, noch konsequenter genutzt werden“, forderte Melsheimer. Eine besondere Herausforderung stelle dabei die Anbindung der Windparks an die Energienetze dar. (dpa)

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