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Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

20. Dezember 2013

Energiewende Strom: Deutschland braucht keine Atomkraftwerke

 Von 
Der Strom fließt in Deutschland.  Foto: dpa

Von wegen Versorgungsengpässe: Auch nach der Abschaltung von acht Atomkraftwerken ist Deutschland noch immer ein Nettoexporteur von Strom.

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Deutschland ist nicht nur beim Export von Autos und Maschinen weit vorne. Die Bundesrepublik entwickelt sich im Zuge der Energiewende auch zunehmend zu einem der großen Stromexporteure. Allein im November kam nach Berechnungen des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme ein Saldo von drei Milliarden Kilowattstunden zusammen – damit könnten rund 800.000 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden.

In den ersten elf Monaten addiert sich diese Zahl nach Berechnungen der Grünen-Bundestagsfraktion auf 27,5 Milliarden Kilowattstunden. Damit wurde schon Ende November der bisherige Rekordwert des Vorjahres von 22,8 Milliarden Kilowattstunden locker übertroffen. Gut möglich, dass in diesem Jahr erstmals sogar die Marke von 30 Milliarden im Saldo erreicht wird – gemeint ist damit die Menge des ausgeführten Stroms abzüglich der Menge der importierten elektrischen Energie.

Die Zahl ist brisant, da im Zuge der Energiewende in der Vergangenheit immer wieder vor Versorgungsengpässen gewarnt wurde. „Es wird wieder einmal deutlich, dass Deutschland die acht abgeschalteten AKW nicht braucht. Deutschland dürfte dieses Jahr Export-Europameister beim Strom sein“, sagt Bärbel Höhn, Energieexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 waren die acht ältesten Kernkraftwerksblöcke stillgelegt worden.

Die Strom-Überschüsse sind aus einem Zusammenspiel von erneuerbaren und konventionellen Energien entstanden. Mehr als ein Viertel des deutschen Strombedarfs wird inzwischen mit Energie aus Sonnen- und Windkraft erzeugt.

Kohlekraftwerke rund um die Uhr

Zugleich laufen Kohlekraftwerke rund um die Uhr, also auch wenn der Wind weht und die Sonne knallt. In solchen Situationen entsteht Strom, der in die Nachbarländer exportiert werden muss. Dahinter steckt das Problem, dass es extrem aufwendig ist, Braun- und Steinkohlekraftwerke abzuschalten. Doch wie wird der Strom vermarktet? In der Vergangenheit kam immer wieder der Vorwurf auf, dass die Energie im Ausland zu Spottpreisen verschleudert wird, die Nachbarn von Deutschland also indirekt von der Förderung der erneuerbaren Energien hierzulande profitieren. Zugleich besteht die Gefahr, dass in Zeiten mit wenig Wind- und Sonnenstrom die Energie teuer importiert werden muss.

Aus Sicht der Grünen ist dieses Argument aber widerlegt. Berechnungen auf Basis der Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigten, dass im vergangenen Jahr Strom zu einem merklich höheren Preis ausgeführt als eingeführt werden konnte. Daraus habe sich für das vergangene Jahr ein satter Überschuss von 1,4 Milliarden Euro ergeben.

Das habe sich in diesem Jahr fortgesetzt. Es sei allein für die ersten sechs Monate abermals ein Plus von 700 Millionen Euro entstanden. „Das ist positiv und entkräftet den Vorwurf, dass Strom aus erneuerbaren Energien ins Ausland verramscht wird“, sagt Höhn. Gleichwohl stört sich die Politikerin an den Effekten, die der Kohlestrom verursacht. „Das muss sich in Zukunft ändern, wenn wir es mit dem Klimaschutz ernst meinen.“

Strom aus Kohle hat in diesem Jahr wieder an Bedeutung gewonnen, da einerseits der Brennstoff selbst billiger geworden ist. Zugleich sind die Preise für CO2-Emissionszertifikate in den Keller gegangen. Das verbilligt die Erzeugung aus Kohlestrom. Zu den Leidtragenden zählen die Betreiber von Gaskraftwerken, deren elektrische Energie ist zwar teurer, aber auch umweltfreundlicher.

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