Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

08. August 2010

ESA-Jahresbericht: AKW geht der Treibstoff aus

 Von Steven Geyer
Das hessische Atomkraftwerk Biblis darf länger laufen. Foto: dpa

Die zuständige Eu-Kontrollbehörde zeigt in ihrem Jahresbericht, dass das Uran, der Brennstoff für Atomkraftwerke, zur Neige geht. Dessen ungeachtet sollen deutsche Meiler länger laufen.

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Das Uran, der Brennstoff für die Atomkraftwerke in aller Welt, wird sich in den nächsten Jahren rasant verknappen und verteuern. Wie der Jahresbericht der zuständigen EU-Kontrollbehörde ESA zeigt, würde spätestens ab 2020 das Uran aus den erschlossenen Minen nicht mehr ausreichen, um den heutigen Verbrauch von knapp 70 Kilotonnen Uran durch die 435 bestehenden Kraftwerke zu decken.

Bereits seit 1990 übersteigt der Uran-Bedarf die weltweite Produktion und muss aus Lagerbeständen und abgerüsteten Atomwaffen aufgefüllt werden. Die Verknappung führte bereits zwischen 2003 und 2007 zu einer Preissteigerung um 1300 Prozent, bestätigt auch das Bundeswirtschaftsministerium. Käme es zu dem von der OECD-Nuklearbehörde NEA angestrebten Ausbau der weltweiten AKW-Leistung von heute 375 auf mindestens 550 Gigawatt, wäre bereits 2025 nicht mehr genug Uran am Markt.

Dessen ungeachtet will die Unions-Bundestagsfraktion die deutschen Reaktoren im Schnitt um 14 Jahre länger laufen lassen. Darauf hat sie sich laut Spiegel mit den süddeutschen Ländern und dem Bundeswirtschaftsministerium geeinigt. CDU-Umweltminister Norbert Röttgen strebt maximal acht Zusatz-Jahre an. „Röttgen sollte anerkennen, dass die Mehrheit in Partei und Fraktion Kernkraft für eine längere Zeit als er für absolut nötig hält, um eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Union, Joachim Pfeiffer (CDU). Die Fraktion werde ansonsten der im Sparpaket eingeplanten Uransteuer nicht zustimmen.

Die CDU-Ministerpräsidenten aus Niedersachsen und dem Saarland, David McAllister und Peter Müller, wollen so lange Laufzeiten im Bundesrat nicht mittragen. Die Atomenergie dürfe nur eine Übergangstechnologie sein.

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