Ein kleiner schwarzer Kreis auf neongelben Grund, umgeben von drei schwarzen Flügeln. Das Atomzeichen erinnert ein wenig an einen Flugzeugrotor. Öffentliche Bedeutung erlangte das Symbol schnell, denn es steht bei den Menschen vor allem für die allumfassende Gefahr atomarer Verstrahlung. Bei den Anti-Atomdemonstrationen der 70iger Jahre wurde es Ziel zahlreicher Karikaturen, es entwickelte sich zum Hassobjekt, und auch heute hat es wieder schreckliche Relevanz gewonnen. Doch woher stammt das Zeichen eigentlich, und was bedeutet es?
Eine Spurensuche der Oak Ridge Associated Universities (ORAU) gibt Auskunft: Das Atomsymbol ist das Resultat einer 1946 durchgeführten internen Abstimmung eines kleinen Forscherteams der Strahlungslaboratorien an der University of California in Berkeley. Einer der Laborleiter, Nels Garden, schrieb 1952 in einem Brief: "Es gab einige in der Gruppe, die verschiedene Vorschläge machen wollten." Das Symbol, das am meisten Aufmerksamkeit erregte, veranschaulichte Energie, die von einem Atom in Form eines Punkts abgestrahlt wird. Dass genau dieses Atomzeichen in die Geschichte eingehen würde, hatte damals noch niemand gedacht.
Der erste Druck, der in Berkeley hergestellt wurde, war laut ORAU dabei noch magentafarben auf blauem Grund. Die seltsame Farbwahl wurde unter anderem mit dem Kostenfaktor begründet. Die teuren Farben, so schreibt Garden in einem weitern Brief, sollten den unbedachten Missbrauch des Symbols vermeiden. Die mangelnde Sichtbarkeit führte dann aber schließlich zum Wechsel ins grelle Gelb.
Über die Inspiration zum Strahlungszeichen sind sich die Forscher nicht einig. Einige vermuten, dass das Symbol von den Warnzeichen für Schiffsschrauben in Hafenbecken abstammt. Andere glauben, dass es auf einer Warnung für Elektrosmog basiert.
Nicht zu verwechseln ist das Zeichen für Radioaktivität übrigens mit dem Hinweis auf Strahlenbunker. Zwar zeigen beide drei Schwarze "Flügel" auf gelben Grund, bei der Bunkerkennung fehlt aber der Kreis in der Mitte. Mehr Informationen zum Ursprung, sind unter http://www.orau.org/ptp/articlesstories/radwarnsymbstory.htm nachzulesen.
Der Bau des Endlagers für Atommüll wird voraussichtlich erst 2019 fertig. Es drohen Zusatzkosten von bis zu einer Milliarde Euro. Zur Grafik...