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Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

15. Juli 2013

Kernkraftwerk Tricastin: Greenpeace-Aktivisten dringen in AKW ein

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Greenpeace verlangt die Schließung des südfranzösischen Kernkraftwerkes Tircastin.  Foto: Greenpeace

Mehrere Dutzend Aktivisten der Umweltschutz-Organisation Greenpeace dringen in das südfranzösische Kernkraftwerk Tricastin ein und verlangen die Schließung des Meilers und weiterer vier Risiko-AKW.

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Mehrere Dutzend Aktivisten der Umweltschutz-Organisation Greenpeace dringen in das südfranzösische Kernkraftwerk Tricastin ein und verlangen die Schließung des Meilers und weiterer vier Risiko-AKW.

Avignon –  

Sie kamen in den frühen Morgenstunden, aufgeteilt in drei Gruppen: Mehrere Dutzend Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind in das sudfranzösische Kernkraftwerk Tricastin eingedrungen. Sie überwanden mehrere Sicherheitszäune und kletterten auf die Metallgerüste an den Reaktorgebäuden.

Mit Transparenten und Videoprojektoren machten sie auf die Gefährlichkeit des rund 30 Jahre alten Kernkraftwerks und vier weiterer alter AKW in Frankreich aufmerksam. Auf das Gebäude des Reaktors 1 haben die AKW-Gegner einen großen Riss projiziert. Damit rufen sie in Erinnerung, dass der Reaktor bereits seit einiger Zeit einen Haarriss aufweist.

"Katastrophen-Präsident?" steht auf einer anderen Projektion neben dem Porträt von Staatspräsident François Hollande zu lesen. Ziel der Aktion sei es, die Politik medienwirksam zur Schließung der gefährlichen Atommeiler aufzufordern, erklärt Greenpeace in einer Pressemitteilung. In keinem Fall wolle man die Sicherheit der Atomanlage gefährden.

Zahlreiche Aktivisten festgenommen

Eine Sprecherin der AKW-Betreibergesellschaft Electricité de France (EDF) erklärte, die Aktivisten hätten nicht in sicherheitsrelevante Bereiche vordringen können. Etwa 50 Gendarmen, darunter Angehörige der Spezialeinheit zum Schutz von Nuklearanlagen, waren auf dem Areal des AKW Tricastin im Einsatz.

Einige Umweltschützer, die sich von den Reaktorgebäuden abgeseilt hatten, wurden mit einem Gendarmerie-Hubschrauber ausgeflogen. Die Festgenommenen wurden auf der Gendarmeriestation von Pierrelatte in Gewahrsam genommen. Auch die beiden großen Spruchbänder haben die Beamten inzwischen entfernt.

Innenminister Manuel Valls und Energieminister Philippe Martin haben eine Untersuchung angekündigt, um festzustellen, wie die Umweltaktivisten zunächst unbehelligt auf das AKW-Gelände gelangen konnten. Wie Greenpeace berichtet, hat es nur etwa 15 Minuten gedauert, die Sicherungsanlagen zu überwinden und bis zu den Reaktorgebäuden vorzudringen.

Unterstützung erfahren die Greenpeace-Aktivisten indes von den Grünen: "Ich begrüße diese Aktion des bürgerlichen Ungehorsams. Ich denke, es ist sehr wichtig, die Französinnen und Franzosen aufzurütteln", sagte der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Senat, Jean-Vincent Placé, dem Radiosender Europe 1.

Das Kraftwerk Tricastin liegt gut 40 Kilometer nördlich von Avignon und wurde vor mehr als 30 Jahren erbaut. Die älteste französische Atomanlage steht im elsässischen Fessenheim etwa eineinhalb Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Präsident François Hollande hat versprochen, Fessenheim bis 2017 zu schließen. Bis 2025 soll der Anteil der Atomkraft in Frankreich von derzeit 75 auf 50 Prozent sinken. (mit rtr)

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