Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

06. November 2012

Kommentar Atomkraft: Triumph über Atomindustrie

 Von Jakob Schlandt
Triumph: "Atomkraft? Nein danke" Foto: dapd

Die Kerntechnik in Deutschland hat keine Zukunft. Die Atomindustrie schaut ihrem Ende entgegen. Ein Comeback im Ausland ist nicht abzusehen. Ein unwiderruflicher Triumpf der Anti-AKW-Bewegung.

Drucken per Mail

Ungeliebt, bedrängt, bekämpft, und das über Jahrzehnte: Eigentlich ist es überraschend, wie stark die Atomindustrie in Deutschland bis zur Reaktorkatastrophe von Fukushima war. Doch jetzt ist das Ende absehbar. Es wird sich sehr lange hinziehen, weil die letzten Reaktoren in zehn Jahren abgeschaltet werden und dann noch einmal viele Jahre vergehen, bis sie abgerissen sind. Wir brauchen die Kernkrafttechnik(-er) noch, um den Ausstieg aus der Hochrisiko-Technik Atomkraft so sicher wie nur möglich hinzubekommen.

AKW in Deutschland
AKW in Deutschland
Foto: dpa-Grafik

Jenseits des Rückbaus hat die Kerntechnik in Deutschland jedoch keine Zukunft, auch nicht als Wirtschaftszweig. Wenn überhaupt noch Länder bereit sind, nennenswerte Summen in den Bau neuer Kraftwerke zu investieren, dann nicht in Mitteleuropa, sondern in Ländern mit schnell wachsendem Energieverbrauch und geringerem Sicherheits- und Umweltbewusstsein, also in Russland, China und Indien. Dort wird aber darauf Wert gelegt, dass möglichst viel eigene Technik zum Einsatz kommt, damit der Bau der enorm teuren Kraftwerke wenigstens die eigene Wirtschaft ankurbelt.

Nein, es wird kein Comeback geben, das Schicksal nicht nur der deutschen Kernkraftwerke, sondern auch der deutschen Atomindustrie ist besiegelt. In 20, 30 Jahren wird die Kernkraft nur noch eine Exotenbranche sein.

Der Triumph der Anti-Atomkraft-Bewegung wird damit komplett und unwiderruflich.

Jetzt kommentieren

Spezial

Schafft Deutschland die Energiewende - und die Atomkraft ab? Bringen die alternativen Quellen genug Leistung? Und schaffen die Netze die Verteilung? Das Spezial.

Beziehen Sie schon Ökostrom?

Der Atomausstieg soll 2022 Realität werden. Aber schon heute gibt es die Möglichkeit, Ökostrom zu beziehen? Sind Sie schon umgestiegen?

Ja, ich beziehe Ökostrom.
Weiß nicht, ich beziehe grundsätzlich den günstigsten Strom.
Weiß nicht, ist mir auch egal.
Nein, ich halte Ökostrom für den falschen Weg.
Der Atomausstieg
Nachgefragt

Schon 1946 wurde das erste Mal darüber nachgedacht, welches Symbol für die neue Energieform steht. Wir haben nachgefragt.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Atommüll-Endlager
Schacht Konrad - Das ehemalige Erzlager soll 2019 den Betrieb als Endlager für Atommüll aufnehmen. Geplant ist, 90 Prozent des gesamten Volumens der radioaktiven Abfälle in Deutschland zu lagern.

Der Bau des Endlagers für Atommüll wird voraussichtlich erst 2019 fertig. Es drohen Zusatzkosten von bis zu einer Milliarde Euro. Zur Grafik...