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Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

01. November 2012

Kommentar: Der Solarstreit wird unterschätzt

 Von Jakob Schlandt
In der Solar-Branche verschärfen sich die Handelsstreitigkeiten zwischen der EU und China.  Foto: REUTERS

Bislang hat Europa auf den aggressiven chinesischen Merkantilismus kaum reagiert. Zu attraktiv schien China als Absatzmarkt, zu gewaltig waren die Wachstumschancen für die Europäer dort. Diese Ära geht gerade zu Ende.

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Der Solarstreit mit China wird in Industrie wie Politik unterschätzt. Sollen sich diese exotischen und subventionssüchtigen Solar-Heinis doch kloppen! Sinngemäß ist das eine vielfach geäußerte Einschätzung. Und sie ist völlig falsch. Natürlich ist der Solarkonflikt ein Spezialfall. Doch in anderen Branchen, die wettbewerblicher sind, drohen ähnliche Konflikte.

Sei es in der Autoindustrie, in der Luftfahrt, im Anlagenbau, in der Telekommunikation: Chinesische Firmen setzen auch im Hochtechnologie-Bereich zum überholen an. Ihre teils mangelhafte Konkurrenzfähigkeit machen sie durch staatliche Subventionen wett.

Europäische Industrie im Kern gefährdet

Bislang hat Europa auf den aggressiven chinesischen Merkantilismus kaum reagiert. Zu attraktiv schien China als Absatzmarkt, zu gewaltig waren die Wachstumschancen für die Europäer dort, um sie durch Handelsstreitigkeiten zu gefährden. Diese Ära geht gerade zu Ende. Denn in immer mehr Bereichen wird die europäische und insbesondere die deutsche Industrie im Kern gefährdet.

In Brüssel setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein Desaster wie der Verlust von großen Teilen der Solarindustrie nicht noch einmal geschehen darf. Die Europäer werden in Zukunft noch öfters gegenhalten. Ungewiss ist, wie China darauf reagiert. Ist Peking konziliant und pfeift seine Staatskonzerne zurück, kann es gut ausgehen. Im schlimmsten Fall droht ein allumfassender Handelskrieg.

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