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Kommentar: Teure Energiewende

Wenn selbst Finanzinvestoren wie Blackstone in die Energiewende einsteigen, dann müssen die Bedingungen für den Bau von Offshore-Windkraftanlagen günstig sein. Ein neuer Offshore-Boom könnte allerdings teuer für die Stromkunden werden.

Frank-Thomas Wenzel
Frank-Thomas Wenzel

Es ist noch ein weiter Weg, um die Energiewende zu schaffen. Am Freitag wurde ein wichtiger Schritt getan. Endlich ist eine unsägliche Diskussion beendet. Es ist praktisch unmöglich geworden, günstigere Bedingungen für den Bau von Offshore-Windkraftanlagen zu fordern. Denn wenn selbst Finanzinvestoren wie Blackstone da mitmachen, dann müssen die Bedingungen günstig sein – das Erneuerbare-Energien Gesetz mit seinen hohen fixen Einspeisevergütungen über viele Jahre hinweg macht Offshore zu einem lukrativen Geschäft für Investoren.

Doch damit ist der Grundstein für neue Diskussionen gelegt, die allerdings erst in zwei, drei Jahren brisant werden dürften. Sie wurde schon bei der Photovoltaik geführt. Es geht dabei um die sogenannte „Überförderung“. Nehmen Investoren und Energieunternehmen das Vorbild Blackstone ernst, dann werden wir bald einen Offshore-Boom erleben mit immensen Kosten für die Stromkunden. Die großzügige Vergütung dürfte dabei nur das kleinere Problem sein. Viel gravierender sind die immensen Aufwendungen, um Offshore-Anlagen an das Stromnetz anzuschließen. Hier blitzt auf, wie komplex die Energiewende ist. Bei der Photovoltaik haben die Politiker versagt und viel zu spät die Einspeisevergütung gesenkt, weil sie zu lange auf die Solar-Lobbyisten gehört haben. Das darf nicht mehr passieren. Für Stromkunden gibt es nur eine Hoffnung, die auf mutige und pragmatische Politiker, die sich nicht mehr von Lobbyisten einlullen lassen.

Autor:  Frank-Thomas Wenzel
Datum:  6 | 8 | 2011
Kommentare:  2
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