Es ist die Wahl zwischen Pest und Cholera, Skylla und Charybdis, sehr hohen Kosten und sehr, sehr hohen Kosten. Wie auch immer die finale Entscheidung zur Sanierung des maroden Atomlagers Asse ausfällt, die das Bundesumweltministerium verantworten muss - das Attribut "gut" kann sie nicht bekommen. Gut wäre es nur gewesen, wenn das löchrige Bergwerk nie zum Atommüll-Verscharren benutzt worden wäre.
Das Bundesamt für Strahlenschutz plädiert für die aufwendigste und mit mindestens zwei Milliarden Euro teuerste der drei diskutierten Optionen. Alle 126.000 Atommüll-Fässer sollen geborgen, aus den Tiefen der Asse heraufgeholt, zwischengelagert, umgepackt und in das künftige Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter entsorgt werden.
Die Abwägung ist mehr als schwierig. Zwar beruhigt diese Variante die Asse-Anwohner, die zu Recht befürchten, künftige Generationen würden plötzlich mit Plutonium im Grundwasser konfrontiert. Erkauft wird dies jedoch mit anderen Problemen, die ebenfalls keiner auf die leichte Schulter nehmen kann.
Die Strahlenbelastung der Asse-Sanierer, die mit zerbeulten, rostigen, vielleicht undichten Fässern hantieren müssen, zählt dazu. Hinzu kommt die Unsicherheit, ob das einsturzgefährdete Bergwerk noch lange genug stabil ist, dass die Arbeiten abgeschlossen werden können.
Die Entscheidung drängt. Um eines aber sollte sich der Bund ebenfalls schnell kümmern: Er muss die Stromkonzerne dazu bringen, sich an den Sanierungskosten zu beteiligen. Sie können sich nicht wegducken. Ein Großteil der Asse-Radioaktivität kam ursprünglich von ihnen.
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