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Kommentar zur Atomkraft: Dealer am Stromzähler

Eon pokert mit ungenutzten Strommengen-Kontingenten, die EnBW und RWE benötigen, um ihre Altmeiler Neckarwestheim 1 und Biblis A weiterzubetreiben. Von Joachim Wille

Joachim Wille ist Politikredakteur der Frankfurter Rundschau.
Joachim Wille ist Politikredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Den AKW-Betreibern EnBW und RWE brennt das Problem unter den Nägeln. Sie müssen ihre Altmeiler Neckarwestheim 1 und Biblis A bald abschalten, weil ihre genehmigten Strommengen zur Neige gehen. Sie haben versucht, der neuen Bundesregierung das Problem zuzuschieben.

Motto: Gebt uns schnell mehr Laufzeit, damit wir weiter Atomkerne spalten können. Doch Schwarz-Gelb spielt auf Zeit - und den Ball zurück zu den Stromkonzernen. Die AKW-Betreiber sollen sich doch selbst helfen, beschied sie beim jüngsten Treffen im Kanzleramt.

Das ginge sogar. Doch müsste ausgerechnet der Eon-Konzern den beiden klammen Konkurrenten helfen. Eon besitzt seit der vorzeitigen Stilllegung seines AKW Stade noch ungenutzte Strommengen-Kontingente, die laut den Bestimmungen des Atomkonsens ohne Genehmigung durch die Bundesregierung auf die beiden anderen Alt-AKW übertragen werden könnte. Damit wären EnBW und RWE einstweilen fein raus.

Doch Eon scheint zu pokern. Und je knapper die Zeit, desto höher wohl der Preis, den EnBW und RWE zahlen müssen, um im Geschäft zu bleiben.

Autor:  Joachim Wille
Datum:  25 | 1 | 2010
Kommentare:  1
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