Sinkende Großhandelspreise für Strom setzen dem drittgrößten deutschen Energieversorger EnBW zu. In den Monaten Januar bis September sanken Umsatz und Überschuss, wie der Versorger am Freitag in Karlsruhe in seinem Zwischenbericht mitteilte. „Unverändert belasten die rückläufigen Preise an den Großhandelsmärkten unser Ergebnis“, sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer. Die Erlöse rutschten in den neun Monaten des laufenden Jahres um 4,4 Prozent auf 14,36 Milliarden Euro in den Keller, da EnBW wegen der 2011 angeordneten Stilllegung von zwei seiner Atomkraftwerksblöcke weniger Strom verkaufte.
Diese Einbußen konnten auch durch höheren Gasabsatz, gestiegene Netznutzungsentgelte und höhere Einnahmen aus Wasser- und Windenergie nicht voll ausgebügelt werden. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis sank daher trotz geringerer Personalkosten um zwei Prozent auf 1,93 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Konzernüberschuss schrumpfte ebenfalls und lag mit 598,2 Milliarden Euro 7,6 Prozent unter Vorjahr.
Alternative Energien sind auf dem Vormarsch. Manche sind gerade erst in der Entwicklung, andere längst eingeführt. FR-online.de zeigt die Möglichkeiten der Technik und die Perspektiven auf. Pumpspeicher-Kraftwerke, wie das Hohenwarte II-Kraftwerk in Thüringen, arbeiten mit Wasser. Das seit 1966 laufende Spitzenlastkraftwerk hat eine Leistung von 320 Megawatt Elektroenergie. Zu Zeiten von geringem Elektroenergieverbrauch wird Wasser von einem Unterbecken in das Oberbecken gepumpt, zu Zeiten mit hohem Energiebedarf strömt das Wasser aus dem Oberbecken wieder in das Unterbecken und treibt dabei Turbinen zur Stromerzeugung an.
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Der Strom für deutsche Steckdosen kommt aus verschiedenen Quellen: Braunkohle, Gas, Steinkohle und Uran (AKW). Damit der Strom alle Haushalte erreicht gibt es Stromtrassen - doch deren Kapazität reicht laut Experten nicht aus. Daher sind neue Stromtrassen vor allem für erneuerbare Energien geplant.
Foto: FR/GalantyFür das zu Ende gehende Geschäftsjahr sieht sich der Versorger damit auf Kurs, seine Gewinnprognose zu erfüllen. 2012 werde der bereinigte operativen Gewinn um rund fünf Prozent sinken, bekräftigte der Vorstand im Zwischenbericht. Die Einsparungen aus dem laufenden Kostensenkungsprogramm lägen über den Erwartungen, die Ausgabendisziplin im Unternehmen sei sehr hoch. Die Nettoschulden sanken per Ende September im Vergleich mit dem Jahresende 2011 um 5,9 Prozent auf 8,29 Milliarden Euro gesunken, nachdem die staatlichen Mehrheitseigentümer dem klammen Versorger mit einer Kapitalspritze unter die Arme gegriffen hatten. „Die gute Bonität der EnBW gilt es weiter zu erhalten“, sagte Finanzchef Kusterer. (rtr)
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