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Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

21. Dezember 2012

Strom: Offshore wird noch viel teurer

 Von Jakob Schlandt
Offshore-Windpark nordwestlich von Borkum. Foto: dapd

Die Verzögerungen beim Bau der Stromleitungen zu den Offshore-Windparks kosten fast drei Milliarden Euro. Die Grünen beklagen ein „Desaster".

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Die Verzögerungen beim Bau der Stromleitungen zu den Windparks auf hoher See kommen die deutschen Verbraucher vermutlich deutlich teurer zu stehen als von der Bundesregierung prognostiziert. Laut einer Studie im Auftrag der Grünen im Bundestag sind bis zu 2,7 Milliarden Euro Entschädigung für die Betreiber von Offshore-Windparks bis 2015 zu erwarten. Im Gesetz, das vorige Woche auch vom Bundesrat verabschiedet wurde, ist dagegen von einer Milliarde Euro die Rede.

Verbraucher zahlen die Zeche

In dem Gutachten des Instituts ERA sind zwei Szenarien berechnet worden. Im ersten geht Autor Björn Pieprzyk davon aus, dass sich bis 2015 der Anschluss von elf Offshore-Windparks verzögern wird, im Durchschnitt um 15 Monate.

Die entgangenen Einnahmen werden den Betreibern großenteils ersetzt, damit der Ausbau der Offshore-Windkraft sich nicht noch länger verzögert. Der Stromnetzbetreiber Tennet, der für einen Großteil der Anschlüsse verantwortlich ist, kommt mit dem Bau der Stromleitungen nicht hinterher. Die Kosten von 2,7 Milliarden Euro müssen laut Gesetz die Verbraucher tragen. Auf ihren Strompreis können bis zu 0,25 Cent pro Kilowattstunde aufgeschlagen werden.

Nach 2015 weitere Belastungen

In einem zweiten Szenario der Studie wird angenommen, dass nur acht Windparks Entschädigungen erhalten, weil es beim Bau der Anlagen auch zu Verzögerungen kommt. Dann läge die Entschädigungssumme aber mit 2,2 Milliarden Euro immer noch doppelt so hoch wie vorhergesagt. Nach 2015 könnten noch weitere Belastungen auf die Verbraucher zukommen.

Der Grünen-Abgeordnete Oliver Krischer, der das Gutachten in Auftrag gab, sagte, „Schwarz-Gelb hat den Stromkunden keinen reinen Wein eingeschenkt“. Statt die Kosten auf die Verbraucher abzuwälzen, müsse der Bund die finanzielle Verantwortung übernehmen, „denn er verantwortet auch das Desaster.“

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