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Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

27. November 2012

Strompreise: Altmaier: Strom wird billiger

Die Bauern fühlen sich beim Trassenbau hintergangen. Foto: dpa

„Die Energiewende ist ohne Kosten nicht zu haben“, betont Umweltminister Altmaier. Aber in acht Jahren wird sich das auszahlen. Derweil wollen die Landwirte dauerhaft für die Energiewende kassieren.

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Bundesumweltminister Peter Altmaier rechnet in acht Jahren mit positiven Effekten der Energiewende. „Ab 2020 oder 2025 werden wir preiswerte Energie zur Verfügung haben“, sagte der CDU-Politiker. Bis dahin müssten die Förderung von Ökostrom und Ausbau und Stabilisierung der Netze gerecht verteilt werden. „Die Energiewende ist ohne Kosten nicht zu haben.“ Neben den schwankenden erneuerbaren Energien würden noch lange Zeit parallel dazu Kohle- und Gaskraftwerke benötigt. Strom aus Wind oder Sonne kann seine Kostenvorteile in erster Linie langfristig ausspielen, da die Investitionskosten sinken und keine Brennstoffkosten anfallen.

Altmaier betonte, er halte Befreiungen von Unternehmen von den Kosten der Ökostrom-Förderung wegen deren Wettbewerbsfähigkeit weiter für nötig. „Wenn wir eine Grundstoffindustrie wegen hoher Energiekosten verlieren, kommt sie nie mehr zurück“, sagte der Minister. Es könne jedoch einzelne Firmen geben, die nicht internationaler Konkurrenz ausgesetzt seien und dennoch davon profitierten. Er werde deshalb die Bundesländern in dieser Woche anschreiben, welche Unternehmen von der Regelung profitierten und künftig die Abgabe zahlen könnten.

Besonders SPD und Grüne, die die Mehrzahl der Länder regieren, hatten Altmaier wegen der Ausnahmeregelungen kritisiert. Von der Ökostrom-Umlage befreit sind neben großen Stromverbrauchern der Industrie auch beispielsweise Straßenbahnen in Kommunen.

Äcker für immer eingeschränkt

Derweil läuft der Deutsche Bauernverband Sturm gegen die Pläne zum Ausbau des Stromnetzes. Die Anliegen der Landwirte seien von der Bundesnetzagentur völlig unzureichend berücksichtigt worden, erklärte der Verband. Die geplanten Entschädigungen für den Trassenbau auf dem Grund der Bauern seien zu gering. Statt einer einmaligen Zahlung sollten die Bauern dauerhaft Geld kassieren, schließlich seien auch die Einschränkungen der Nutzung der Äcker durch Masten und Leitungen zeitlich unbegrenzt. Grundsätzlich müssten Durchschneidungen landwirtschaftlicher Flächen und Betriebe vermieden werden, forderte der Verband.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hält unterdessen einen Standard für intelligente Energienetze erforderlich. Darauf sollten sich die Stromerzeuger einigen. Nichts wäre fataler als unterschiedliche elektronische Stromzähler auf Seiten der wenigen großen und vielen kommunalen Energieversorger, sagte Rösler.

Am Montag hatte die Bundesnetzagentur ihren überarbeiteten Netzentwicklungsplan (NEP) vorgestellt. Demnach bleiben von ursprünglich vier großen Nord-Süd-Trassen drei übrig. Auch einige andere Leitungen wurden zurückgestellt, so dass jetzt mit gut 2800 Kilometer Neubau rund 1000 Kilometer weniger als zunächst geplant werden. Der Bundesverband der Energiewirtschaft nannte den Netzausbau essenziell für die Energiewende und fordert, jede Verzögerung zu vermeiden. Die neuen Leitungen sind nötig, um Windenergie aus Norddeutschland und von hoher See in die Industriegebiete des Südens und Westens zu transportieren. (rtr)

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