Aktuell: Ukraine | Rosetta-Mission | Fernbus-Markt | Fußball-News | Eintracht Frankfurt | Polizeimeldungen Frankfurt/Rhein-Main

Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

16. November 2012

Vattenfall zum steigenden Strompreis: Vattenfall will Ausgleich für Hartz-IV-Haushalte

Braunkohlekraftwerk von Vattenfall. Foto: dpa

Vattenfall rechtfertigt seine kräftige Strompreiserhöhung. Schuld seien Steuern und Abgaben, allen voran die EEG-Umlage. Für Hartz-IV-Empfänger fordert der Versorger öffentliche Unterstützung.

Drucken per Mail

Der Energieversorger Vattenfall begründet seine kräftige Strompreiserhöhung mit stark steigenden Steuern und Abgaben. Vor allem die Ökostrom-Umlage sind für Vattenfall-Vertriebschef Rainer Wittenberg verantwortlich. Die Umlage gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) steigt ab 2013 von 3,59 Cent auf 5,28 Cent je Kilowattstunde. „Das sind die wesentlichen Treiber für den Preisanstieg“, sagte Wittenberg am Freitag in Berlin.

Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass 1,6 Millionen Vattenfall-Kunden in Berlin und 750.000 in Hamburg vom 1. Januar 2013 an knapp 13 Prozent mehr für Strom bezahlen müssen. Auf einen typischen Berliner Privathaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.200 Kilowattstunden kommen nach Vattenfall-Angaben somit monatliche Mehrkosten von 6,45 Euro zu.

Zugleich äußerte Wittenberg Verständnis für Kritik an der Strompreisentwicklung. „Zurzeit ist das Bezahlen der Energiewende sehr auf Privathaushalte fokussiert“, sagte er. „Natürlich haben wir gerade in Berlin viele Hartz-IV-Haushalte, die bei diesem Strompreis ins Wanken kommen.“ Daher sei die Politik gefordert, „für eine sozialverträgliche Verteilung der Kosten zu sorgen“.

Vattenfall ist nicht der einzige Versorger, der seine Kunden informiert. Rund 240 Stromanbieter haben höhere Tarife angekündigt, gibt das Verbraucherportal Verivox an. Im Schnitt gehen die Preise um rund zwölf Prozent in die Höhe.

Keine Angst vorm Blackout

Millionen Verbraucher in Deutschland müssen ab Anfang kommenden Jahres für ihre Stromrechnung tiefer in die Tasche greifen. Knapp 240 Versorger haben nach einer Erhebung des Verbraucherportals Verivox.de höhere Tarife angekündigt. Für einen Drei- bis Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden bedeute dies Mehrkosten von rund 110 Euro. Betroffen sind auch Kunden der Energieriesen Eon, RWE und EnBW.

Derweil ist die Angst vor möglichen Blackouts eher unbegründet, der Stromausfall in München bleibt die Ausnahme. Die Süddeutsche Zeitung zitiert ein Papier des Bundeswirtschaftsministeriums, das für den Winter eine angespannte, aber beherrschbare Situation prognostiziert. Grundlage seien Berechnungen der Bundesnetzagentur für extrem kalte Tage. Die notwendige Reserve ist durch Notkraftwerke gesichert. (dapd/rtr/jam)

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Spezial

Schafft Deutschland die Energiewende - und die Atomkraft ab? Bringen die alternativen Quellen genug Leistung? Und schaffen die Netze die Verteilung? Das Spezial.

Beziehen Sie schon Ökostrom?

Der Atomausstieg soll 2022 Realität werden. Aber schon heute gibt es die Möglichkeit, Ökostrom zu beziehen? Sind Sie schon umgestiegen?

Ja, ich beziehe Ökostrom.
Weiß nicht, ich beziehe grundsätzlich den günstigsten Strom.
Weiß nicht, ist mir auch egal.
Nein, ich halte Ökostrom für den falschen Weg.
Der Atomausstieg
Nachgefragt

Schon 1946 wurde das erste Mal darüber nachgedacht, welches Symbol für die neue Energieform steht. Wir haben nachgefragt.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Atommüll-Endlager
Schacht Konrad - Das ehemalige Erzlager soll 2019 den Betrieb als Endlager für Atommüll aufnehmen. Geplant ist, 90 Prozent des gesamten Volumens der radioaktiven Abfälle in Deutschland zu lagern.

Der Bau des Endlagers für Atommüll wird voraussichtlich erst 2019 fertig. Es drohen Zusatzkosten von bis zu einer Milliarde Euro. Zur Grafik...