Energiewende
Nachrichten zur Energiewende

13. November 2012

Wohnen Immobilien: Energiewende macht Wohnen teuer

 Von Sebastian Wolff
Viele Mieter können sich die energetische Sanierung nicht leisten. Foto: dpa

Die Wohnungswirtschaft warnt vor zu hohen Anforderungen b ei der Energiewende. Die Mieten würden sonst um mehr als zwei Euro pro Quadratmeter steigen.

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Die Kosten für die energetische Sanierung von Wohngebäuden sind dramatisch gestiegen und drohen mittlerweile das Wohnen für immer mehr Mieter unbezahlbar zu machen. Davor warnte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Axel Gedaschko, am Dienstag in Berlin.

Gedaschko rechnete vor, dass zum Beispiel die fachgerechte Komplettsanierung eines Wohngebäudes aus den 60er Jahren so teuer sei, dass der Vermieter die monatliche Miete um 2,20 Euro pro Quadratmeter erhöhen müsste, um diese Kosten wieder hereinzuholen. Der Mieter spare dank der Sanierung aber im Schnitt nur 0,70 Euro an Energiekosten. In der Summe käme auf den Mieter also im Durchschnitt eine Mehrbelastung von 1,50 Euro monatlich pro Quadratmeter zu.

„Viele müssen ausziehen“

„Eine solche Mehrbelastung können viele Mieter nicht tragen“, warnte Gedaschko. „Deshalb ist sie in den meisten Regionen gar nicht durchsetzbar.“ Dort allerdings, wo solche Mieterhöhungen problemlos durchgesetzt werden könnten – in Großstädten wie München, Hamburg, Frankfurt am Main aber auch in einigen Vierteln Berlins – werde dies zu sozialer Segregation führen. Will heißen: Immer mehr alteingesessene Mieter müssten angesichts der steigenden Kosten ausziehen und Gutverdienern Platz machen.

Doch auch die Mieter von Neubauten würden belastet. Die geplante Energieeinsparverordnung (EnEV) 2012 werde Neubauten teilweise um etwa fünf Prozent verteuern. Das werde sich mittelfristig auch durch steigende Wohnkosten bemerkbar machen, warnte er.

Sanieren macht teuer

Gedaschko appellierte deshalb an die Politik, bei ihren Anforderungen an die Vermieter Augenmaß zu bewahren. „Wir sanieren uns sonst die günstigen Wohnungen vom Markt.“ Wohnen müsse aber bezahlbar bleiben. Zudem müsse die Forschung – etwa für die Entwicklung von besseren Dämmstoffen – staatlich stärker gefördert werden.

In den vergangenen Jahren seien die Mitgliedsunternehmen des GdW, denen in Deutschland insgesamt sechs Millionen Mietwohnungen gehören, bei den Mieterhöhungen sehr maßvoll geblieben. Die Nebenkosten seien vergleichsweise stärker gestiegen.

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