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Ernährung
Wie gelingt eine ausgewogene Ernährung? Welche Lebensmittel sind gesund? Infos zu gesundem Essen und Trinken, zu Diäten und zum Abnehmen

27. August 2015

Buchautor Udo Pollmer: „Veggie-Diktatur - nein danke!“

Wer Süßkartoffel-Pommes der Gulaschsuppe vorzieht, ist kein besserer Mensch, so die These des Buches „Don't go Veggie“.  Foto: dpa (Symbolbild)

Vegan oder vegetarisch leben? Totaler Unsinn, findet Buchautor Udo Pollmer. Er hat eine Streitschrift gegen diese Lebensstile verfasst. Elf der 75 Argumente des Wissenschaflters gegen „den vegetarischen Wahn“ im Überblick.

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„'Veggie-Diktatur' - nein, danke!“, fordert Autor Udo Pollmer in seinem Buch „Don't go Veggie!“. Es ist ein Manifest wider den Vegetarismus, das der wissenschaftliche Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften verfasst hat. Zusammen mit seinen Co-Autoren, dem Agrarstatistiker Georg Keckl sowie dem Soziologen und Landwirt Klaus Alfs, hat er „75 Fakten zum vegetarischen Wahn“ zusammengetragen. Wir stellen elf Argumente ihrer „Kampfschrift gegen den vegetarischen Mainstream“ vor.

1. Der Mensch kann sich nicht ohne Weiteres vegan ernähren

Der Mensch braucht tierisches Eiweiß - davon sind die Autoren überzeugt. Das Argument, dass sich etwa Kühe auch fleischlos ernähren, Menschen das also ohne Weiteres auch könnten, lassen die Wissenschaftler nicht gelten. Denn: Das Rind betreibe als Wiederkäuer im Gegensatz zum Menschen eine aufwendige Veredlung pflanzlicher Kost. „Mittels seiner Pansenflora produziert es aus dem Futter das lebensnotwendige Eiweiß.“ Vegetariern, die argumentieren, dass etwa Kaninchen sich auch ohne Pansen vegetarisch ernähren, halten die Autoren entgegen: „Sie fermentieren das aufgenommene Gras erst hinter dem Magen in einem speziellen Darmabschnitt. Das hat allerdings zur Folge, dass sie in freier Wildbahn vormittags ihren eigenen Kot fressen, um ihre Eiweißversorgung sicherzustellen.“

Ein „Vöner“ besteht aus dem Fleischersatz Seitan, Sojaschrot und Gewürzen.  Foto: dpa

2. Vegetarier vergeuden Land und Energie

Ist es wirklich besser für das ökologische Gleichgewicht der Welt auf Gulaschsuppe und Hamburger zu verzichten und stattdessen lieber „Salat mit frischen Kräutern und Spargelgemüse mit Artischockenherzen“ zu essen? Nein, befinden Pollmer und Kollegen. Salat, Spargel oder Gurken seien „sinnlose Vergeudung von bestem Ackerland.“ Ihre Rechnung: „Verfüttert man Gras oder die Grassilage von einem Hektar an ein Rind, erhält man pro Jahr 100 Hektoliter Milch. Darin sind satte 340 Kilogramm Eiweiß und 420 Kilo Fett. Ein Hektar Spargel liefert nur etwa 50 Kilo Eiweiß und 5 Kilo Fett.“

3. Auch Pflanzen empfinden etwas

Pflanzen sind Pollmer und seinen Kollegen zufolge „alles andere als gefühllose Bewohner der Erde“. Sie nähmen nicht nur ihre Umwelt wahr, sondern würden sogar vorausschauend und flexibel auf sie reagieren. Einige Botaniker erkennen demnach bei Pflanzen Strukturen, die mit Nervenzellen vergleichbar seien. „Während die Bulette im Hamburger beim Verzehr bereits mausetot ist wie das Brötchen, in dem sie steckt, ist der pflückfrische Salat mit seiner offenen Schnittwunde an der Unterseite sicherlich noch quietschlebendig“, glauben die Autoren. Auch Frutarier, die sich nur von Fallobst ernähren, seien nicht frei von Schuld: „Wer das Leid der Bäume begreift, die von den Frutariern um ihren Nachwuchs betrogen werden, dem bleibt nur noch ein letzter ethischer Ausweg: Er brät sich einen veganen Moralphilosophen!“

Matcha ist zurzeit der letzte Schrei. Wenige Dutzend Gramm des Grünteepulvers aus Japan kosten rund 20 Euro.  Foto: dpa

4. Berühmte Vegetarier sind keine moralischen Vorbilder

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, ist automatisch ein guter Mensch - mit dieser Schlussfolgerung wollen Pollmer und seine Co-Autoren aufräumen. In den Promi-Listen überzeugter Vegetarier fehlten Hitler genau wie die Nazis Himmler, Heß und Bormann. Auch Massenmörder wie Pol Pot, Dschigis Khan oder Charles Manson würden in solchen Auflistungen gerne ausgelassen. Der Komponist Richard Wagner (1813-1883), den Vegetarier gerne als „Kronzeugen“ bemühten, habe „seinen Kampf gegen Tierversuche, Pelzmode und Fleischgenuss mit kruden antisemitischen Thesen, die großen Einfluss auf die nationalsozialistische Ideologie und Adolf Hitler persönlich hatten“, begründet. „In seiner 1880 veröffentlichten Schrift 'Religion und Kunst' propagiert Wagner unumwunden eine neue vegetarische Herrenrasse“, schreiben die Autoren.

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Unerlaubt eingemischte Sorten, Reste von Medikamenten: Lebensmittel-Skandale sind meist Fleisch-Skandale. Ziehen Sie Konsequenzen daraus?

Ja, ich werde öfter als bisher auf Fleisch verzichten.
Ja, ich werde weniger im Supermarkt und mehr beim Metzger meines Vertrauens einkaufen.
Nein, warum denn - Pferdefleisch an sich ist ja ungefährlich.
Nein, die aktuellen Vorfälle sind nur medial aufgebauscht.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich reagieren soll.