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Verdacht auf Rassismus: HR will "Frankfurt Helau" erneut ausstrahlen

Nur unlustig oder auch rassistisch? Frankfurt Helau.  Foto: Youtube (Screenshot)

Trotz des Vorwurfs, eine Büttenrede bediene billige Klischees über Türken, will der Hessische Rundfunk seine umstrittene Fernseh-Fastnacht noch einmal zeigen.

Der Hessische Rundfunk (HR) zeigt sich unberührt von Rassismus-Vorwürfen gegen die Anfang Februar ARD-weit ausgestrahlte Sendung „Frankfurt Helau“. Zwar hatte der Auftritt der Zahnärztin Patricia Lowin als „Ayse vom Döner TV“ in der Sendung massive Proteste des hessischen Landesausländerbeirats (Agah) ausgelöst. Trotzdem will der HR die Sitzung mit der Inthronisation des Frankfurter Fastnachtsprinzenpaars Marcus I. und Ingrid II. am 19. Februar ungekürzt im dritten TV-Programm ausstrahlen. Auch in weiteren dritten Programmen soll sie noch zu sehen sein.

Inthronisation des Frankfurter Prinzenpaars

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Fast alle Klischees wurden bedient

Die Büttenrede von Lowin verunglimpfe pauschal türkischstämmige Zuwanderer und bediene „fast alle Vorurteile und Klischees wie Kriminalität, schlechte Bildung und Gewalt“, hatte die Agah gerügt und eine Entschuldigung des HR verlangt. „Ayse“ kalauert unter anderem, ihr Ahmed arbeite „bei geschlossene Sendeanstalt in Weiterstadt, Festanstellung auf 10 Jahre ohne Bewährung“.

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Sie selbst sei „total integriert, schließlich war ich auf integrierte Gesamtschule“. Und, quasi als Tipp vor einer Türkeireise, auf einem Basar „gibt’s keine Toilette, da bescheißt jeder jeden“.

Der HR besteht weiter auf seine "Narrenfreiheit"

Der Agah-Vorsitzende Corrado di Benedetto sieht darin eine „direkte Attacke auf die türkischstämmige Bevölkerung“. Gerade nach den Erkenntnissen über die Neonazi-Morde, die lange als „Döner-Morde“ verharmlost worden seien, „hätte der HR deutlich mehr Fingerspitzengefühl beweisen müssen“, sagte er der FR. Auch im HR-Rundfunkrat habe es Kritik gegeben. Gestern schlossen sich die Europa-Ausgaben der türkischen Blätter Hürriyet und Sabah dem Agah-Protest an.

Den HR lässt das kalt: In einer Fastnachtsendung würden „auch Klischees bemüht“, sagte Pressesprecher Tobias Häuser – „das gehört zur sprichwörtlichen Narrenfreiheit“. Di Benedetto aber lässt nicht locker. Im Fernsehausschuss des Rundfunkrates nächste Woche will er weiterbohren.

Autor:  Ursula Rüssmann
Datum:  10 | 2 | 2012
Kommentare:  49
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