"Wow!“ Der Junge weicht respektvoll einen Schritt zurück, als er Feuerschlucker Pablo Stork sieht. Feuer und Flamme für den Hofheimer Fastnachtszug sind auch die Aktiven der Waller Wespe, die Stork auf den Fuß folgen. Sie sind eine von weit über 100 Zugnummern, die sich gestern durch die Straßen der Kreisstadt geschlängelt haben.
Hoch oben auf einem Deutz, Baujahr 1958, sitzt Dieter Jeborrek von den Traktorfreunden Lorsbach. Er trägt die Kluft eines Bettelmönches und bittet um eine milde Gabe für die finanziell klamme Stadt Hofheim mit Rathauschefin Gisela Stang (SPD) an der Spitze. „Drum lasst euch heut net lumbe un duht uns schnell was bumbe, mir gebbe es dann der Gisela, die fängt damit was Scheenes an“, steht am Deutz zu lesen.
Rauch steigt aus dem Motivwagen der Freiwilligen Feuerwehr Kriftel, die den Fastnachtszug nutzt, um auf ihr Jubiläumsfest am 11. und 12. August hinzuweisen. Dann soll das 100-jährige Bestehen der Brandbekämpfer gefeiert werden. Wie die Feuerwehr anno 1912 die Flammen bekämpft hat, zeigt der Motivwagen: ein Schimmel zieht einen primitiven Löschwagen.
Gut gelaunt kommen die Fußballer des SV 09 Hofheim daher. „Wir sind bekennende Fans von Bud Spencer und Terence Hill“, erzählt Matthias Feist. In Anlehnung an deren Film „Vier Fäuste für ein Halleluja“ haben die Fußballer ihren Motivwagen „22 Füße für ein Halleluja“ gebaut. Bereits Anfang Januar habe man mit den Arbeiten begonnen.
Für Musik sorgt der Brass und Drum Corps des Krifteler Karneval Klubs (KKK). Matthias Kleinfeldt ist überzeugt, dass viele Fastnachter die Live Musik auf dem Zug schätzen. „Das ist doch ein Stimmungsfaktor“, bemerkt er. Damit das auch in Zukunft so bleibt, wünsche sich der Corps viele neue Mitstreiter. Vielleicht lässt sich ja einer der Zuschauer motivieren. Nach Polizeiangaben haben gestern rund 30.000 begeisterte Narren das Spektakel verfolgt, das ohne große Zwischenfälle abgelaufen sei.
Prunksitzungen, Umzüge, Bälle - die Narren feiern Fastnacht, Fassenacht, Fasching und Karneval.

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