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Fastnacht in Offenbach: Manroland und Mozart-Husaren

Der Offenbacher Karnevalverein begeht in der Stadthalle seine traditionelle Seniorenfastnacht. Zwei Büttenredner bewiesen, dass die "Offebacher Fassenacht" auch politisch sein kann.

        

In Schale geworfen: Närrinnen bei der Seniorenfastnacht.
In Schale geworfen: Närrinnen bei der Seniorenfastnacht.
Foto: Rolf Oeser

"Fassenacht feiern, des is richtich, nur kenne muss mers, des is wichtich!" Auch die letzte Pointe von Jürgen Kofink erntete einen Tusch, das Publikum applaudierte und schenkte dem Protokoller bei seinem Auszugsmarsch ein dreifaches „Offebach, helau“.

Es war weder das erste noch das letzte Mal, dass dieser Fastnachtsgruss am Vormittag des Rosenmontags den Narren entgegenschallte. Der Offenbacher Karnevalverein (OKV) hatte zur Seniorenfastnacht in die Stadthalle geladen, rund 500 Gäste waren der Einladung gefolgt. Gut drei Stunden wurde getanzt und gesungen, manch einer trank, viele schunkelten und alle verfolgten das „bunte Programm“, das sich der OKV vorgenommen hatte.

Von den akrobatischen Tanzeinlagen der Bürger- und Stadtgarde Offenbach bis hin zu der Rock’n Roll Darbietung der Mozart-Husaren, die Stimmung im Saal stieg mit jedem Auftritt. Die Becher mit Bier und Ebbelwoi leerten sich schnell, so dass die kellnernden Mädchen in ihren bunten Glitzerkostümen immer wieder für Nachschub auf den Tischen sorgen mussten.

Dass die „Offebacher Fassenacht“ auch politisch sein kann, bewiesen zwei der Büttenredner. In gewohnter Manier reimten sie sich den Alltags-Ärger von der Seele. Themen wie der Rücktritt des Bundespräsidenten, die Rentenerhöhung oder die Insolvenz von Manroland standen hoch im Kurs.

Seniorenfastnacht in Offenbach

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„Der Wulff hat etwas getan, was dem Volk missfiel, er ruft bei Redaktionen an, was ist das für ein Stil; der brave Bürger fragt sich schon, was ist das für ein Spiel“, sang Kofink zum Abschluss seines humoristischen Jahresrückblicks. Für leichte Unterhaltung sorgten die drei „Randstaa Jodler“ mit Gitarre und Akkordeon sowie der dritte Büttenredner Stephan Färber, der als Camper verkleidet von seiner „Fraa“ und den Erlebnissen beim erfolglosen „Zeltuffbaue“ mit „de Rollmöpse statt mit de Heering“ erzählte. Besonders spitze oder auch vulgäre Bemerkungen ernteten vom Publikum hin und wieder ein gesungenes „oioioi auauauau“. Nicht jede Pointe kam gleich gut an - das Publikum war kritisch, aber herzlich.

„Das Programm dieses Jahr ist wunderbar“, schwärmte Ursula Herzenberger. Die 73-jährige Offenbacherin ist ein Fan der ersten Stunde. Jedes Jahr feiere sie mit ihrem Mann Sigi und ihrer Schwester Lore die Seniorenfastnacht – die Verkleidung gehöre natürlich dazu. „Mein Kostüm habe ich dieses Jahr selbst gemacht“, erzählte sie. Den blauen Overall zieren kleine Clowns, ihr Haar hatte die Rentnerin mit einer roten Wuschelperücke verdeckt. Die rote Nase war zwar nur hingeschminkt, die gute Laune dafür echt: „Es ist schön zu sehen, wie alle Spaß haben.“

So wie Herzenberger hatten sich viele Besucher in Schale geworfen. Mal als Wikinger verkleidet, mal mit bunten Federboas um den Hals, zumindest aber mit einer Narrenkappe oder einer anderen bunten oder blinkenden Kopfbedeckung ausgestattet.

Damit auch das Offizielle nicht fehlte, kam Oberbürgermeister Horst Schneider mit ein paar obligatorischen Danksagungen zu Wort. Höhepunkt war aber der Auftritt der Manropl Prinzenpaare seit 1969. Gemeinsam mit dem amtierenden Prinz Stefan I. und seiner Frau Melanie II. wurden sie auf der Bühne geehrt. Besuch gab es auch aus Frankfurt, von Markus I. und Ingrid II., die trotz der üblichen Sticheleien zwischen beiden Städten unter Applaus bekräftigten: „Zusammen können wir stark sein, alleine sind wir beide nichts.“

Autor:  Sandra Müller
Datum:  21 | 2 | 2012
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