Im Herbst kann man sich auf nichts verlassen: Mal fegen Regenstürme über die Lande, so dass der Schirm sich umstülpt, ein anderes Mal lädt das Wetter noch zum lauen Sonnenbaden auf dem Balkon ein. In jedem Fall fühle man sich in der unbeständigen Herbstluft an die Magie vergangener Zeiten erinnert, fand ein ehemaliger Mitarbeiter der Jugendherberge Montabaur. Der Angestellte sei Mitglied in einem mittelalterlichen Verein gewesen, erklärt Andreas Kupper, der heute noch in der Jugendherberge in der rheinland-pfälzischen Stadt arbeitet.
Das Faible des Herrn hatte zur Folge, dass Freizeitangebote zum Thema Mittelalter in der Jugendherberge Montabaur zunahmen. So wie das Programm „Traumhafter Herbst“, das in diesem Jahr zum vierten Mal stattfinden wird, wie Kupper erläutert. Im kommenden Jahr wird es das Angebot allerdings vorerst nicht mehr geben.
Aktion: Die Westerwald-Jugendherberge in Montabaur hat vom 7. bis 9. Oktober ihr Angebot „Traumhafter Herbst“ im Programm. Die Gäste werden an diesem Wochenende wie die Ritter speisen, unter sachkundiger Führung die mittelalterlichen Ecken Montabaurs entdecken und Flugdrachen aus ganz naturbelassenen Materialien bauen lernen. Die FR verlost unter ihren Lesern ein solches Wochenende für eine vierköpfige Familie (jeweils drei Tage, zwei Übernachtungen mit Vollpension und sämtlichen Programmpunkten).
Anmeldung: Wer gewinnen will, schreibt bis Freitag, 5. August, 11 Uhr, eine E-Mail an fr-ferien@fr-online.de. Unter allen Einsendern wird die siegreiche Familie ausgelost. Sie wird von uns benachrichtigt.
Anfahrt: Die Jugendherberge liegt an der Richard-Schirrmann-Straße: Am Bahnhof Montabaur halten ICE und Regionalzüge, von dort sind es etwa 30 Minuten zu Fuß, die Jugendherberge organisiert einen Gepäcktransport. Autofahrer verlassen die A3 an der Abfahrt Montabaur und folgen der Beschilderung nach Gelbachtal, dann zur Jugendherberge.
Das wäre schade, wartet das mittelalterliche Herbst-Wochenende doch mit einigen interessanten Programmpunkten auf: Am Anreisetag serviert das Personal der Jugendherberge ein traditionelles Rittermahl, unter anderem gibt es dort eine lombardische Suppe. „Das ist ein historisches Gericht“, berichtet Kupper: „Die Suppe beinhaltet Safran und Traubensaft und ist genau richtig für den Herbst.“ Da man es im frühen Mittelalter mit den Tischmanieren bekanntlich nicht so genau nahm, dürfen die Teilnehmer das anschließend servierte Fleisch mit den Händen essen. „Wir dekorieren unseren Speisesaal für das Mahl mit einer Ritterrüstung, Schwertern, einer Truhe und anderen mittelalterlichen Dingen“, kündigt Kupper an.
Durch das Mittelalterinteresse des Initiators von „Traumhafter Herbst“ kann die Jugendherberge leicht auf alle nötigen Dekorationsobjekte zugreifen. Nach dem gemeinsamen Mahl soll der Abend im „Rittersaal“ gemütlich ausklingen. Auch hier kümmern sich Kupper und die übrigen Jugendherbergsmitarbeiter um das nötige Ambiente: „Dafür statten wir unser Bistro in der unteren Etage mit Fackeln aus.“
Drachenbauen wie früher
Am darauffolgenden Tag können sich die Teilnehmer auf eine typisch herbstliche Beschäftigung freuen: Gemeinsam mit Expertin Anke Sauer erlernen sie das Drachenbauen. „Aber nicht mit Plastik und Nylon“, betont Kupper. Als Arbeitsmaterialien dienen den Kursteilnehmern Holz, Leinen und Schnüre – Materalien eben, die auch schon im Mittelalter verfügbar waren. Ob die fertigen Drachen dann auch draußen ihre ersten Flugversuche machen dürfen, hängt vom Wetter ab.
Abends geht es jedenfalls auf eine Abenteuer-Stadtführung durch das in der Mitte des 10. Jahrhunderts erstmals als Humbach erwähnten Montabaur, die eine Stadtführerin im mittelalterlichen Kleid leiten wird. Zum Ausklang des zweiten Tags vom mittelalterlichen Herbst-Wochenende in Montabaur können sich die Teilnehmer dann mit Stockbrot, Lumumba (heiße Schokolade mit Rum) und heißem Glühwein am Lagerfeuer aufwärmen.
Einzelne Programmbausteine bietet die Jugendherberge auch außerhalb des Pakets „Traumhafter Herbst“ an. Für den Drachenbaukurs mit Anke Sauer etwa können Schulklassen sich ebenso anmelden wie für die mittelalterliche Stadtführung.
Darüber hinaus gibt es in der Jugendherberge Montabaur auch noch weitere jahreszeitspezifische Programme. Als Beispiele nennt Andreas Kupper ein Halloween-Wochenende zum Thema „Die Geister sind los“, die vorweihnachtliche „Märchenhaft köstliche Adventszeit“ oder das viertägige Osterangebot „Hoppla Hopp – Bunte Tage in Montabaur!“.
Schließlich hat jede Jahreszeit ihren eigenen Reiz. Keine aber hat so viel Magie wie der Herbst.