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1. FFC Frankfurt
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zum 1. FFC Frankfurt

13. Mai 2013

1. FFC Frankfurt: Böses Ende für den FFC

 Von Raoul Schneider
Die bitter enttäuschte Kim Kulig: „Außerhalb der Mannschaft gab es viele Probleme.“  Foto: Hübner

Der 1. FFC Frankfurt verliert gegen Bayern München und verpasst die Qualifikation für die Champions League

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Der 1. FFC Frankfurt verliert gegen Bayern München und verpasst die Qualifikation für die Champions League

Eine gefühlte Ewigkeit kauerten die Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt mit leeren Blicken auf dem Rasen. Kapitänin Saskia Bartusiak griff sich minutenlang mit den Händen fassungslos an den Kopf. „Es ging um alles oder nichts. Am Ende stehen wir mit nichts da und haben unsere Saisonziele nicht erreicht“, kommentierte FFC-Manager Siegfried Dietrich betreten.

Mit einer 1:2 (0:2)-Niederlage im letzten Saisonspiel der Frauenbundesligasaison gegen Bayern München hat der siebenmalige Meister aus Frankfurt zum zweiten Mal hintereinander die Qualifikation für die Women’s Champions League verpasst. „Wir haben den allerletzten Matchball vergeben“, so Kim Kulig frustriert.

Die Leistung des FFC erinnerte fatal an viele Auftritte in dieser verkorksten Saison. Engagiert und druckvoll hatten die Frankfurterinnen begonnen: „In der ersten Viertelstunde waren wir sehr gut“, befand Sandra Smisek. Doch dann leistete sich Saki Kumagai in ihrem Abschiedsspiel einen unfassbaren Aussetzer, als sie Lena Lotzen den Ball einfach in den Fuß spielte. Lotzen leitete auf Sarah Hagen weiter, die den Ball ins Eck schlenzte (31.). Dann ließ Laura Feiersinger Babett Peter auf dem Flügel schlecht aussehen. Lotzen bedankte sich für die Vorarbeit mit dem 0:2 (41.).

Der Totenstille der 3620 Zuschauer im Stadion am Brentanobad nach den Gegentreffern folgte in der zweiten Hälfte aber kein entfesselter Sturmlauf, sondern ein einfallsloses, krampfhaftes und verzweifeltes Anrennen. Die eingewechselte Lise Munk traf mit einem abgefälschten Schuss nur noch zum 1:2 (86.). Das lag zum einen an Bayern München, die von ihrem Trainer Thomas Wörle exzellent eingestellt waren und dem FFC taktisch clever den Zahn zogen. Zum anderen liefen die taktischen Maßnahmen des FFC-Interimstrainers Sascha Glass vollkommen ins Leere. Nach vier Siegen beorderte der 40-Jährige Spielgestalterin Dzsenifer Marozsan ins defensive Mittelfeld auf die Position der verletzten Melanie Behringer. Doch da setzte die 20-jährige Nationalspielerin gar keine Akzente und ging unter.

Gewaltiger Imageschaden

„Es ist unglaublich schade, dass es im Endspiel nicht geklappt hat, nachdem wir uns in den letzten Spielen super herangekämpft hatten“, sagte Glass nach seiner letzten Partie als Trainer des Bundesligateams. Kulig, noch die eifrigste und beste Frankfurterin an diesem Tag, war im Nachgang deutlich: „Wir hatten in dieser Saison drei Trainer. Das zeigt, dass da etwas nicht stimmt. Außerhalb der Mannschaft gab es viele Probleme.“ Auch Bartusiak fand deutliche Worte: „Neben den teilweise unprofessionellen Trainingsbedingungen zeugen drei Trainer in einer Saison nicht von einem geordneten Aufbau.“ Die 35-jährige Smisek konnte dem nur beipflichten: „Ich kann einige Dinge, auch Personalentscheidungen, nicht nachvollziehen. Die Verantwortlichen sollten das hinterfragen und Schlüsse ziehen.“ Der Imageschaden für den FFC ist nach der unbefriedigenden Saison gewaltig.

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Dietrich verspricht dennoch für die Zukunft volles Engagement. „Wir werden auch für die nächsten zwei Jahre gut aufgestellt sein und uns den Herausforderungen stellen.“ So sollen auch weiterhin gestandene Spielerinnen in die Bankenstadt gelockt werden. Angeblich ist mit einer weiteren Nationalspielerin bereits Einigkeit erzielt worden. Dennoch räumte der frühere Eiskunstlaufmanager ein, dass ohne die Women’s Champions League ein wirtschaftlicher Schaden entstehe: „Es tut uns weh, dass wir keine Zusatzeinnahmen haben.“

Bereits in der Halbzeitpause hatte der Investor das Unheil kommen sehen. Und trotzdem fast trotzig versprochen: „Ich werde den Kopf nicht in den Sand stecken.“ Und dann als interessanten Zusatz – halb im Scherz, halb im Ernst – angemerkt: „Es gibt gar nicht genug Sand dafür.“

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