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1. FFC Frankfurt
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zum 1. FFC Frankfurt

23. Juli 2014

1. FFC Frankfurt: Die Schlammschlacht

 Von 
Beste Technikerin beim FFC: Dzsenifer Marozsan.  Foto: Jan Huebner

Die Frankfurter Fußballerin Dzsenifer Marozsan zieht es mit Hilfe des Lewandowski-Managements nach Frankreich.

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Maik Barthel redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Für Dzsenifer Marozsan liegen zwei offizielle Angebote vor. Sie sind so attraktiv, dass ein Berater so etwas seiner Spielerin nicht verschweigen darf.“ Offenbar haben sowohl Olympique Lyon als auch Paris St. Germain die Fühler nach der Spielmacherin des 1. FFC Frankfurt ausgestreckt, obwohl die 22-Jährige dort einen bis 2016 laufenden Vertrag besitzt, auf dessen Erfüllung der FFC-Manager Siegfried Dietrich am Freitag in einer Pressemitteilung hingewiesen hat.
Doch das Pokerspiel übersteigt offenbar alle bisherigen Dimensionen und mündet in einen erbitterten Streit um die 37-fache Nationalspielerin (19 Tore), der für die WM 2015 in Kanada eine Schlüsselrolle zugedacht ist. Es dürfte in diesem Fall kaum reichen, sich auf eine Ablöse im mittleren fünfstelligen Bereich zu einigen, über die flugs der Mantel des Schweigens gedeckt wird. Dafür ist das Objekt der Begierde, das Bundestrainerin Silvia Neid stets „als unsere beste Fußballerin“ adelte, zu kostbar; dafür sind die aufgebauten Drohkulissen zu gewaltig.
Dietrich als Geschäftsführer von Sidi-Sportmanagement und Barthel als Inhaber der im Fürstentum Liechtenstein ansässigen Eurosportsmanagement GmbH bezichtigen sich gegenseitig der Lügen. Dietrich betont, keine seriöse Anfrage vorliegen zu haben und lästert über Luftschlösser. Barthel wiederum versichert, den neuen möglichen Marozsan-Jahresverdienst von 300 000 Euro nie kolportiert zu haben. Doch das Drei- oder Vierfache ihres bisherigen monatlichen Grundgehalts – angeblich 3000 Euro – kann die deutsche Nummer zehn als künftige Vereinskollegin von Fatmire Alushi, Annike Krahn oder Josephine Henning bei PSG wohl einstreichen. Der aus Katar generös alimentierte Klub aus der französischen Hauptstadt will eben auch die Women’s Champions League gewinnen. Von einem Champions-League-Finale am 14. Mai 2015 in Berlin träumt gleichwohl auch Dietrich mit dem 1. FFC Frankfurt.

Prominente Mitspielerinnen

Der FFC-Macher muss genau abwägen, wie weit sein Einfluss bei der hochbegabten Edeltechnikerin noch reicht, die gerade 17 Jahre alt war, als sie 2009 unter seinen vielen Stars und Sternchen anheuerte. Es entstand eine Liaison voller Hoffnungen und Enttäuschungen: Nicht nur bei der vermittelten Ausbildung in der DFB-Zentrale verlautete, das verletzungsanfällige Talent habe mitunter die nötige Ernsthaftigkeit vermissen lassen. Ihre fußballerische Befähigung stand indes nie infrage, und als sie im vergangenen Sommer maßgeblich mithalf, die EM zu gewinnen, schien sie die Kurve gekriegt zu haben. Während des Turniers wurde bekannt, dass sich die gebürtige Ungarin mit dem durch die Wirren um Robert Lewandowski zu zweifelhafter Berühmtheit gelangten Spieleragenten Barthel angeschlossen hatte.
Aus dem Frankfurter Umfeld heißt es, die Nummer zehn sei mittlerweile zu „einer Marionette“ mutiert. Barthel kann das nicht verstehen. „Wir raten Dzsenifer Marozsan nicht, den Vertrag in Frankfurt zu brechen. Diesen Vertrag respektieren wir.“ Das Problem sei doch nur, „dass Herr Dietrich sich weigert, mit uns zu sprechen“. Es sei keine Kommunikation möglich, „und das empfinde ich als sehr schade für die Wünsche der Spielerin“. Dzsenifer Marozsan, die seit ihrem Trainingsbeginn am vergangenen Freitag derzeit merkwürdig verschlossen wirken soll, hat die Plattform Facebook gewählt, um ihren fast 17 000 vernetzten Anhängern das Ansinnen nach einer sofortigen Luftveränderung mitzuteilen. „Ich könnte für einen sehr professionellen Klub in Frankreich spielen. Außerdem könnte ich auf meiner geliebten Position spielen!“, schrieb sie und fügte flehentlich an: „Es könnte alles perfekt sein, wenn man jedem das Glück und die Chance zu diesem Zeitpunkt gönnen würde.“
Dietrich kündigt weitere Gespräche an – vielleicht wird es auch eine richtig Kopfwäsche. Ihm geht es in diesem Fall nämlich noch um etwas Grundsätzliches. „Hier werden völlig unrealistische Begehrlichkeiten geweckt: Von fünfstelligen Monatsgehältern sind wir in Deutschland ganz, ganz weit weg.“ Es könnte damit zu tun haben, dass sich sein Gegenspieler Barthel mit den Verdienstmöglichkeiten nicht so gut auskennt: Die Tochter des ungarischen Nationalspielers Janos Marozsan ist seine erste Mandantin aus dem Frauenbereich.

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