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Film

01. Dezember 2010

Der neue Otto-Film: Im Zeichen der Zitrone

 Von Michael Kohler
Otto Waalkes (zweiter von links) quetscht mit Hilfe eines Blödel-Teams Witze wie Zitronen aus.  Foto: Warner Bros.

Schlappe Kalauer und massakrierte Komödien: In „Otto’s Eleven“ kehrt Otto Waalkes an die ostfriesische Küste zurück. Doch dort sammelt er fünf Gehilfen um sich, die jeden Witz auspressen müssen wie eine Zitrone.

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Von oben sieht die Insel aus, als hätte Gott sich ein Spiegelei gebraten: Die Hütten der Insulaner thronen im Sand wie das Eigelb im Eiweiß. Jeden Morgen hoffen die Bewohner von Spiegeleiland deshalb auf Touristenströme, die dann nicht kommen. Schließlich stellen sie ein Werbevideo ins Internet, das einen Casinobetreiber in helle Aufregung versetzt. Im Hintergrund des Clips ist nämlich ein naives Gemälde mit Ottifant zu sehen, das ihm in seiner Kunstsammlung noch fehlte. Er greift zum Schwarzgeldkoffer, spart sich aber dann doch das Bezahlen.

Nach den Stippvisiten im Märchenwald kehrt Otto Waalkes in „Otto’s Eleven“ an die ostfriesische Küste zurück. So ganz kann er von den sieben Zwergen aber auch hier nicht lassen, denn die fünf Inselbewohner werden in ähnlicher Manier als liebenswerte Deppen eingeführt. Und sie stehen wie ein Mann zusammen, um Otto das geraubte Familienerbstück wieder zu beschaffen. Zuvor müssen sie allerdings noch einige Komödien massakrieren: Neben „Ocean’s Eleven“ fallen ihnen Alexander Mackendricks „Ladykillers“ und – denen ist nichts heilig! – „Die Marx Brothers im Krieg“ zum Opfer. Wer die berühmte Spiegelszene ohne Spiegel schon immer mal mit Otto als Harpo Marx sehen wollte, hat es wahrscheinlich nicht besser verdient.

Neben dem Hauptdarsteller haben noch Regisseur Sven Unterwaldt und Bernd Eilert am Drehbuch mitgearbeitet, wobei letzterer wohl vor allem Lizenzrechte an etlichen alten Otto-Scherzen geltend machen kann. Ansonsten gibt es eine Menge mehr oder weniger schlappe Kalauer (das Casinostädtchen heißt Bad Reibach) und zwei arg in die Länge gezogene Soloauftritte des Parodisten Max Giermann zu bestaunen. Das Autorentrio ist offensichtlich um Einfälle verlegen.

Auch wenn der Film im Zeichen des Spiegeleis steht, muss man ständig an eine gelbe Südfrucht denken: Jeder Witz wird wie eine Zitrone ausgequetscht.

Otto's Eleven, Regie: Sven Unterwaldt jr., Deutschland 2010, 95 Minuten.

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