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Film

16. August 2014

Filmfestival Locarno: Philippinischer Regisseur Diaz gewinnt Goldenen Leoparden

Lav Diaz hat in Locarno den Goldenen Leoparden gewonnen.  Foto: dpa

Die deutschen Filmemacher unterlagen beim Rennen um den Goldenen Leoparden in Locarno der starken internationalen Konkurrenz. Der Hauptpreis geht auf die Philippinen. Aber auch das deutsche Kino errang Preise.

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Der philippinische Regisseur Lav Diaz hat mit seinem Historiendrama „From what is before“ den Goldenen Leoparden des 67. Internationalen Filmfestivals in Locarno gewonnen. Der fünfeinhalb Stunden dauernde Spielfilm reflektiert in fesselnden Bildern mit der Suggestivkraft meisterlicher Gemälde die Auswirkungen der Diktatur von Ferdinand Marcos in Diaz‘ Heimat während der 1970er Jahre. Auch für das deutsche Kino gab es Auszeichnungen.

Im Hauptwettbewerb liefen 17 Spiel- und Dokumentarfilme aus aller Welt. Das philippinische Drama „Mula Sa Kung Ano Ang Noon“ („From What Is Before“/ „Von dem, was war“) von Lav Diaz war bereits als Favorit gehandelt worden und überzeugte die Jury am meisten. Durch seine künstlerische Kraft reift der Film zu einem allgemeingültigen, auch gegenwärtige Probleme spiegelnden Drama von packender Intensität.

Auch das deutsche Kino konnte zum Abschluss des 67. Internationalen Filmfestivals Locarno am Samstag Erfolge verbuchen: die polnische Regisseurin Zuzanna Solakiewicz erhielt für „15 Corners oft he World“, einen meditativen Filmessay über den Komponisten Eugeniusz Rudnik, die Auszeichnung für den Besten Film der renommierten Sektion „Woche der Kritik“. Der Film ist eine deutsch-polnische Ko-Produktion.

Zudem gewann der kolumbianische Regisseur Oscar Ruiz Navia für seinen mit starkem finanziellen Engagement deutscher Produzenten realisierten Spielfilm „Los Hongos“ („Die Pilze“) über das Leben von Graffiti-Künstlern in seiner Heimat den „Spezialpreis der Jury „Ciné+ Cineasti“ im Concorso Cineasti del presente“. Diese Auszeichnung wird an junge, noch nicht sehr etablierte Filmemacher vergeben, die durch eine besondere künstlerische Handschrift auffallen.

Im Hauptwettbewerb um den Goldenen Leoparden hatte das deutsche Kino bei dem nach Cannes, Berlin und Venedig viertwichtigsten europäischen Filmfestival allerdings das Nachsehen. Dabei gehörten der wesentlich von deutschen Geldgebern produzierte Spielfilm „A Blast“ („Explosion“) vom griechischen Regisseur Syllas Tzoumerkas und dessen Hauptdarstellerin Angeliki Papoulia zu den Favoriten von Publikum und Kritik.

Den Erwartungen entsprochen

Die Juroren, zu denen der deutsche Regisseur Thomas Arslan („Gold“) gehörte, haben mit ihren Entscheidungen vielfach den Erwartungen von Publikum und Kritikern entsprochen. Viel Beifall gab es deshalb für die Auszeichnungen der besten Schauspieler: die neben Angeliki Papoulia von vielen favorisierte Französin Ariane Labed (Frankreich) bekam die Ehrung für ihre Interpretation einer Schiffsmechanikerin in dem Gesellschaftspanorama „Fidelio, L‘Odyssée d‘Alice“ („Fidelio, die Odyssee von Alice“) und Artem Bystrow (Russland) für seine Darstellung des Titelhelden in dem Polit-Thriller „Durak“ („Der Narr“).

Eine Überraschung war die Auszeichnung von Pedro Costa (Portugal) als Bester Regisseur für seinen sperrigen Spielfilm „Cavalo Dinheiro“ („Pferdegeld“). Der in der Inszenierung stark an das Theater angelehnte Film spiegelt in seiner schwer zu entschlüsselnden, sehr kunstgewerblich anmutenden Erzählweise die Auswirkungen revolutionärer Ereignisse auf die Psyche einfacher Menschen. Auch der Spezialpreis der Jury an „Listen Up Philip“ („Halt die Klappe, Philip“) von Alex Ross Perry (USA), das schwatzhafte Porträt eines eitlen Jung-Schriftstellers, rief Verwunderung hervor.

Die Preisverleihung sollte am Samstagabend auf der Piazza Grande stattfinden, dem Marktplatz der malerischen Stadt am Schweizer Ufer des Lago Maggiore. Das 67. Internationale Filmfestival Locarno hatte in zehn Tagen knapp dreihundert Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme in verschiedenen Sektionen gezeigt. (dpa)

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