Um Aufbrüche und Umbrüche soll es gehen, doch manche Dinge verändern sich eben nicht. Das gilt vor allem auch für die Art und Weise der alljährlichen Vorstellung des Festivals durch die Sektionsleiter. Nicht nur das Podium machte dieses Mal einen leicht müden Eindruck.
Nie ohne Schal: Dieter Kosslick bei der Pressekonferenz am Dienstag.
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Nie ohne Schal: Dieter Kosslick bei der Pressekonferenz am Dienstag.
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Berlin –
"Ziehen Sie sich warm an“, empfahl Dieter Kosslick auf der diesjährigen Pressekonferenz zur bevorstehenden Berlinale. Vorbildhaft trägt er selbst im überheizten Saal des Bundespresseamts wie immer einen schützenden Schal um den Hals. So gemütlich und saturiert geht es bekanntlich nicht überall auf der Welt zu.
Aufbrüche und Umbrüche hätten das Programm der 62. Internationalen Festspiele Berlins entsprechend kuratiert, so Dieter Kosslick, zahlreich die Geschichten um Aufstände und Revolutionen. Aus allen Teilen der bekannten und unbekannteren Welt erreichen uns Nachrichten von oft schmerzhaften gesellschaftlichen Umbrüchen, die, folgt man Kosslick, durchaus aber auch vergleichbar sind.
Geld und die Rettung des Selbst
Denn wenngleich es im Schlafzimmer von Hosni Mubarak kurz vor dem Sturz des Herrschers wahrscheinlich nicht ganz so sexy zuging, wie bei Marie Antoinette in dem Eröffnungsfilm „Les adieux à la reine“, am Ende geht es um Geld und die Rettung des Selbst. Da solche gesellschaftlichen Umbrüche stets eine Geschichte haben, wird es quer durch alle Sektionen Filme geben, die politische Entwicklungen, die Teilhabe an der Macht, über lange Zeiträume betrachten.
Diese Stars kommen zur Berlinale 2012
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Diese Stars kommen zur Berlinale 2012
Jolie bei den Dreharbeiten zum Film "In the Land of Blood and Honey".
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Zu den Stars der 62. Berlinale gehören auch der "Twilight"-Darsteller (r.) Robert Pattinson und Schauspielgrößen wie Clive Owen (l.) und Uma Thurman.
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Zur Berlinale wird Entertainerin Anke Engelke wohl wenig Schlaf finden: Während des Berliner Filmfestivals will die 46-Jährige für das ARD-Morgenmagazin vom 13. bis zum 17. Februar täglich live vom Berlinale-Palast berichten.
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Hollywoodstar Charlize Theron stellt bei der 62. Berlinale ihren neuen Film "Young Adult" vor.
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Die beiden Hollywoodstars Sandra Bullock und Tom Hanks sowie der 14-jährige Thomas Charles Horn sind zwar nicht auf dem Roten Teppich, aber in dem Film "Extrem laut und unglaublich nah" zu sehen.
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Der Film handelt von einem Jungen, dessen Vater im World Trade Center ums Leben kommt und wie er mit der Kraft der Liebe den traurigen Verlust bewältigt.
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Frauenschwarm Jake Gyllenhaal wird dieses Jahr sogar in der internationalen Jury sitzen, die über die Gewinner des begehrten Goldenen und Silbernen Bären sowie über den Preisträger des Alfred-Bauer-Preises entscheiden wird.
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Der indische Schauspieler und Frauenschwarm Shah Rukh Khan zeigt seinen in Berlin gedrehten Film „Don – The King Is Back“. Der Film ist in Indien bereits rekordverdächtig angelaufen und entwickelt sich auch international zu einem Blockbuster.
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Christian Bale ist bei der Berlinale in dem chinesischen Film "The Flowers Of War" von Zhang Yimou zu sehen. Der Film handelt von dem Massaker von Nanking 1937.
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Die zweifache Oscar-Preisträgerin Meryl Streep wird bei der diesjährigen Berlinale mit dem Goldenen Ehrenbären der Berlinale ausgezeichnet. Die US-Schauspielerin erhält die begehrte Trophäe am 14. Februar anlässlich der Vorstellung ihres jüngsten Kinofilms "Die Eiserne Lady" für ihr Lebenswerk.
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Auch das Regie-Schwergewicht Steven Soderbergh wird nach Berlin kommen, um mit seinen Actionthriller "Haywire" um den Bären zu kämpfen. Die Hauptrolle in dem Film hat Gina Carano. Weitere Mitwirkende sind Antonio Banderas, Michael Douglas, Ewan McGregor, Michael Fassbender und Channing Tatum.
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Der Regisseur Christian Petzold nimmt mit dem Film "Barbara" an der Berlinale 2012 teil. Der Film mit Nina Hoss in der Titelrolle spielt in der DDR im Jahr 1980. Er handelt von einer Ärztin, die an ein Provinzkrankenhaus versetzt wird, nachdem sie erfolglos einen Ausreiseantrag gestellt hat.
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Der Regisseur Christian Petzold (l-r) posiert mit den Schauspielern Nina Hoss, Jasna Fritzi Bauer und Ronald Zehrfeldin bei den Dreharbeiten zum Film "Barbara".
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Regisseur Hans-Christian Schmid nimmt mit dem Film "Was bleibt" an den Internationalen Filmfestspielen 2012 teil. Der Film handelt von einem Familientreffen, bei dem ein Paar und seine erwachsenen Kinder aufeinander treffen und mit unausgesprochenen Wahrheiten konfrontiert werden.
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Angelina Jolie nutzt die diesjährige Berlinale, um ihre erste Regiearbeit vorzustellen: Sie zeigt in einer Nebensparte das Bosnien-Drama "In the Land of Blood and Honey".
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In besonderer Weise gilt dies wohl für den zuletzt für den Wettbewerb nominierten „White Deer Plain“ des chinesischen Regisseurs Wang Quan’an, die Adaption eines umstrittenen Buchs über die chinesische Geschichte. Angesichts von Zeit und Raum, die es da zu bewältigen gilt, erscheinen dreieinhalb Stunden Laufzeit tatsächlich nicht sehr lang.
Nicht alle Kalauer Kosslicks gelingen
Ob sich das epische Werk deshalb als Kurzfilm klassifizieren lässt, wie Kosslick es auf seine zum Scherz drängende Weise tut, sei dahingestellt. Nicht alle Kalauer Kosslicks gelingen eben, doch ohne seine Koketterien („Wie heißt das noch mal, wo man beim Telefonieren die Leute sehen kann?“) und grenzwertigen Kommentare wäre der Unterhaltungswert der Pressekonferenz nicht mehr messbar.
Allerdings ist die immer gleiche drängende Frage der Journalisten nach den Stars angesichts der gerade vorgestellten thematischen und formalen Vielheit der Filme ja auch nicht wirklich originell. Ganz neu ist in diesem Jahr dagegen das „Berlinale Special“ im Haus der Berliner Festspiele. Hier wird unter anderem das Bosnien-Drama von Angelina Jolie zu sehen sein, und nach den Abendvorstellungen besteht die Möglichkeit, mit den Filmemachern zu diskutieren.
Weiterhin gibt es aber zahlreiche Künstler, die nicht zur Berlinale kommen können, weil sie in ihren Heimatländern festgehalten werden, wie etwa der iranische Regisseur Jafar Panahi oder der chinesische Künstler Ai Weiwei. So ernst kann man Kunst auch nehmen.