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Film

31. Juli 2008

Filmkritik: Hinter dem Pflasterstrand ist Narnia

 Von DANIEL KOTHENSCHULTE

"Prinz Kaspian": Der zweite Teil der monumentalen C. S.-Lewis-Verfilmung eifert Tolkien zu sehr nach. Von Daniel Kothenschulte

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Der Film

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia, Regie: Andrew Adamson, USA 2008, 144 Minuten.

Weitere Rezensionen in unserer Rubrik Film.

Das erste Narnia-Abenteuer hatten wir noch gemeinsam mit vier englischen Bürgerkindern durch einen Kleiderschrank betreten. Dort wartete dann Tilda Swinton als Schneekönigin. Nun fungiert eine bekannte Londoner U-Bahn-Station als Brücke zur Welt hinter den Spiegeln.

Wer sich immer schon fragte, warum sie eigentlich den Namen "Strand" trägt, erhält die Antwort an den sandigen Ufern von Narnia. Von der herrlichen Ritterburg des ersten Teils sind leider nur noch Ruinen übrig. Immerhin finden die Kinder noch ihre Zaubergaben, vom Weihnachtsmann wohlverwahrt, in Schatztruhen.

Sie werden ernstlich benötigt, denn der rechtmäßige Regent, Prinz Kaspian, ist abgesetzt und die Bösen, gekleidet in finstere Conquistadoren-Panzer, haben das Sagen. Und auch das noch: The lion sleeps tonight. Bis dieser, der buschige Aslan, endlich erwacht ist und den Kindern im Kampf gegen den falschen König Miraz beistehen kann, vergeht gut und gern die erste Stunde des epischen Spektakels, in dem zwar reichlich gezaubert wird, doch dem es zugleich an eben jenem Zauber fehlt, der den Auftakt der Filmserie so liebenswert machte.

Endloses Hau-Drauf-Spiel

Trotz vieler nach wie vor herrlich animierter Tierfiguren hat sich etwas in diesen Film geschlichen, das geradezu die Antithese zur bezwingend einfachen Märchensprache des bibelfesten Romanautors C. S. Lewis ist: Eine gewaltige Prise Tolkien.

Lewis' liebster Feind hat sich in Form endloser Schlachtengemälde in diesen Film geschrieben, der es dann aber mit Peter Jacksons "Ringe"-Zyklus zu keinem Zeitpunkt aufnehmen kann. Jackson hatte auch im dichtesten Gewimmel seiner digitalen Statisten immer noch eine Steigerung parat, hier aber fühlt man sich eher an das endlose Hau-Drauf-Spiel der alten Sandalenfilme erinnert.

Und zwar nicht die teuren Sandalen, wie sie Charlton Heston trug, sondern jene, die man an die Statisten der Billigproduktionen aus Cinecittà verteilte. Schon früher fanden das die kindlichen Besucher der Matinee-Vorstellungen langweilig.

Gerade die Massenszenen sind es, die uns bei dieser zweiten Reise nach Narnia an die Worte des Mädchens Dorothy denken lassen: Die konnte man mit dem zauberhaften Land von Oz beglücken, doch am schönsten fand sie's immer noch daheim.

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