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Film

23. Februar 2011

Filmstart "Der ganz große Traum": Deutschland, dein Fußball

 Von Daniel Kothenschulte
Konrad Koch (Daniel Brühl) hat in England gelernt, Fußball zu spielen.  Foto:  Maria Krumwiede

Daniel Brühl lehrt Rasenschach anno 1874. "Der ganz große Traum" von Sebastian Grobler ist ein harmloses, nichtsnutziges Fußballmärchen

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Wer glaubt, der aktuelle Geschichtsboom im deutschen Film ließe auf Gegenwartsmüdigkeit schließen, irrt: Stets werden moderne Figuren auf Zeitreisen geschickt. Der Eindruck ist immer derselbe: Welch positive Wendung hätte doch die Geschichte nehmen können, wenn das ganze Mittelalter nur so aufgeklärt gewesen wäre wie diese Päpstin, die es niemals gab.

So frech und ungezwungen wie ein junger Goethe, der noch nicht mal hessisch spricht. Oder so lässig und souverän wie Daniel Brühl, der als Englischlehrer 1874 im frisch gebackenen Kaiserreich die Klassenschranken überwinden möchte. Dabei ist ihm ein Lederball behilflich, den er mit Füßen tritt. Die Schüler tritt er dafür nicht. Mit der Spielfreude zieht dann auch ein gänzlich unerhörter Gemeinsinn ein, der „ganz große Traum“ gilt einer modernen, klassenlosen Gesellschaft.

Natürlich steht Herr Koch, der Lehrer, damit erst einmal im Abseits. Immerhin hat er den Direktor auf seiner Seite, und Burghart Klaußner macht es nach dem „Weißen Band“ sichtlich Freude, in satten Farben abgebildet zu werden. Und nicht die Saat des Faschismus zu verstreuen, sondern über einem harmlosen und nichtsnutzigen Fußballmärchen zu präsidieren.

Der ganz große Traum. D 2011. Regie: Sebastian Grobler. Mit Daniel Brühl, Burghart Klaußner, Axel Prahl 113 Min.

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