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Komödie "Contact High": Die halbe Dröhnung

Glawoggers ausreichend schwachsinnig betitelter Film "Contact High - The Good, the Bad and the Bag" mischt die gute alte Psychedelik mit reichlich Wiener Schmäh und kommt dem Genreideal dabei erstaunlich nahe. Von Michael Kohler

Lange vor dem ewig bekifften Komikerpaar Cheech und Chong sorgten warnende Aufklärungsfilme für Heiterkeit, in denen schon die geringste Berührung mit der Cannabis-Pflanze genügte, um zu maßlosen Ausschweifungen zu führen. Ach, wenn es doch so wäre, seufzen seitdem die fröhlich Berauschten, und werden nun ausgerechnet in Michael Glawogger, sonst eher für seine bildmächtigen Dokumentarfilme ("Megacities", "Workingman's Death") bekannt, einen Gewährsmann finden. Glawoggers ausreichend schwachsinnig betitelter Film "Contact High - The Good, the Bad and the Bag" mischt die gute alte Psychedelik mit reichlich Wiener Schmäh und kommt dem Genreideal dabei erstaunlich nahe. Auch wenn das Ganze nicht wirklich abhebt, fühlt man sich doch angenehm bedröhnt.

Glawogger-Kenner werden sich über ein Wiedersehen mit den beiden nichtsnutzigen Helden aus "Nacktschnecken" freuen. Die ewigen Studenten Max Durst und Hans Wurst stehen sich jetzt in einer Imbissbude die Beine in den Bauch und üben sich darin, die wenigen Kunden, die sich zu ihnen verirren, erfolgreich zu vergraulen. Über allerlei Umwege erhalten sie den Marschbefehl ins polnische Drogomysl, wo sie eine Tasche mutmaßlich halluzinogenen Inhalts abholen sollen. Natürlich wird die Reise dann unversehens zum Bewusstseinstripp, wobei es bei den sympathisch depperten Helden eigentlich nicht viel zu erweitern gibt. Sie stellen sich dermaßen surreal dämlich an, dass es gar nicht weiter auffällt, wenn ein Hotelzimmer auf die Größe einer Puppenstube schrumpft oder die Bullen wie im Robert-Crump-Comic als Schweine verkleidet sind.

Hin und wieder droht der Absturz in den Wahnsinn, aber auch da erweist sich der Schlendrian als probater Rettungsschirm. Detlev Buck als tuntiger Ganove und die begnadete Nervensäge Georg Friedrich sind auch mit von der Partie, für die leicht abgewandelt gilt, was Umberto Eco über die James-Bond-Romane schrieb: Ein Kalauer ist kläglich, tausend Kalauer sind eine andere Dimension.

Contact High, Regie: Michael

Glawogger, Österreich/Deutschland 2009, 100 Minuten.

Autor:  MICHAEL KOHLER
Datum:  18 | 6 | 2009
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