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Marc Webbs Romanze "(500) Days of Summer": Wolken am siebten Himmel

In Marc Webbs Independet-Romanze ist der siebte Himmel der Liebe unweigerlich mit Regenwolken verhangen. Eine Spur philosophischen Tiefgangs ist auch dabei. Von Michael Kohler ( mit Video)

Zooey Deschanel als Summer Finn und Joseph Gordon-Levitt als Tom Hansen in der Komoedie (500) Days of Summer von Marc Webb.
Zooey Deschanel als Summer Finn und Joseph Gordon-Levitt als Tom Hansen in der Komoedie "(500) Days of Summer" von Marc Webb.
Foto: ddp

In der besten aller Welten brauchen ein Junge und ein Mädchen nur dieselbe Musik zu hören, schon lacht ihnen das Glück. Mit ein wenig Pech stehen beide allerdings auf die Smiths und spielen Hauptrollen in einem Independent-Film. Dann ist der siebte Himmel der Liebe unweigerlich mit Regenwolken verhangen. Darum platzt der allwissende Erzähler von Marc Webbs "(500) Days of Summer" auch gleich mit dem unglücklichen Ausgang der Liebesgeschichte heraus: Warum sollte er künstlich einen auf Spannung machen, wenn im erlesen wehmütigen Soundtrack die sich selbst erfüllende Prophezeiung leicht zu erkennen ist.

Der Filmtitel ist ein hübsches Wortspiel: Summer heißt die Kollegin, in die sich der adrette Grußpostkartenschreiber Tom verliebt, und 500 Tage lang dreht sich in seinem Leben alles nur um sie. Am Anfang steht die schüchterne Hoffnung, dann folgen einige Wochen glücklicher Erfüllung und darauf eine kleine Ewigkeit, in der Tom allmählich dämmert, dass Summer nicht das gleiche empfindet wie er.

Die Pointe dieser Geschichte liegt darin, dass die Autoren ständig die Kalenderblätter hin- und herblättern und zeitlich weit auseinanderliegende Hoch- und Tiefpunkte in Toms Liebesleben immer wieder aufeinanderprallen. Manchmal vergessen sie über dem schlauen Konzept, dass sie von verletzten Gefühlen erzählen, doch meist finden sie schon beim nächsten Zeitsprung wieder in die Spur.

Außer "(500) Days of Summer" haben Scott Neustadter und Michael H. Weber noch den letzten "Pink Panther"-Film geschrieben. Auch dort gibt es ein sympathisch linkisches Paar, aber dieses hier ist mit Joseph Gordon-Levitt und Zooey Deschanel deutlich besser besetzt.

Ihre Bohémiens wirken wie füreinander geschaffen, was der Romanze so etwas wie philosophischen Tiefgang gibt: Die Frage ist nicht mehr, wie lange es dauert, bis sich die Liebenden am Ende finden, sondern wie es angeht, dass aus ihnen nichts Gescheites wird. Die Antwort darauf kennen nicht mal die Smiths.

(500) Days of Summer. Regie: Marc Webb, USA 2009. 95 Minuten.

Autor:  Michael Kohler
Datum:  21 | 10 | 2009
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