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Film

23. März 2016

Neu im Kino: „Batman v Superman – Dawn of Justice“: Einstürzende Neubauten

 Von 
Muss, kann Wonder Woman es richten? Henry Cavill, Gal Gadot und Ben Affleck in Kampfposition.  Foto: Warner Bros

Ein Gipfeltreffen im Kino auf unterstem Niveau: „Batman v Superman – Dawn of Justice“ geht deutlich aufs Ganze und ist umso gründlicher misslungen.

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In Laurie Andersons 1981er Hitsingle „O Superman“ glänzte der Comicheld durch Abwesenheit. Stattdessen hieß es im Refrain: „Wenn die Gerechtigkeit verschwunden ist, ist da immer noch die Macht, und wenn die Macht verschwunden ist, ist da immer noch Mama. Hi Mom!“ Wer hätte gedacht, dass sich einmal ein Blockbuster mit dem Superhelden auf diese simple Formel bringen ließe?

Zum zentralen Duell der Superhelden kommt es, als der Schurke Lex Luthor (Jesse Eisenberg) Supermans Adoptivmutter Martha Kent, gespielt von Diane Lane, kidnappt, um Superman zum Kampf gegen sein dunkles Pendant zu zwingen. Doch auch Batman leidet an seinem aus unzähligen früheren Filmen bekannten Kindheitstrauma: Der gewaltsame Tod von Bruce Waynes Eltern gehört zur Blockbuster-Ikonographie – Zak Snyder inszeniert ihn zu Anfang von „Batman v Superman – Dawn of Justice“ wie eine Rückversicherung. Tatsächlich ist das Bild, das er dafür findet, ein spektakulär in die 3D-Kamera ragender Pistolenlauf, an Deutlichkeit kaum zu überbieten. Nun ist der Regisseur von „300“ und „Man of Steel“ auch nicht gerade für die Feinfühligkeit seiner Regieeinfälle bekannt. Er gilt vielmehr als sichere Wahl, wenn es darum geht, teure Filme auch teuer aussehen zu lassen. Und von diesem Exemplar erwartet Warner Brothers nicht weniger als das Einspielen von einer Milliarde US-Dollar.

Ob das gelingen wird ist fraglich – selbst wenn sich die eingefleischten Fans beider oft als unvereinbar geltenden Lager zusammentun, bleibt dies ein ebenso vordergründiger wie überladener Film, der es fertig bringt, eine dünne Geschichte nicht einfach nur aufzuschäumen, sondern sie möglichst wirr und undurchsichtig zu entwickeln.

Noch einmal lässt Snyder wie in „Man of Steel“ die Stadt Metropolis in Schutt und Asche fallen, doch nun entdeckt man Bruce Wayne (Ben Affleck) als Zaungast zwischen den einstürzenden Neubauten. Superman (Henry Cavill) ist derweil noch dabei, sich mit dem bösen General Zod abzumühen, und wird dadurch zum Helden. Später fällt er, durchaus genretypisch, wieder in Ungnade, als man ihn für den Tod einiger Unschuldiger verantwortlich macht. Eine karrieristische Senatorin (wie schön, sie wiederzusehen: Holly Hunter) leitet einen Untersuchungsausschuss gegen den gefallenden Überflieger. Der ist reif für einen neuen Gegner, der auch Batman ein Dorn in Auge ist: Lex Luthor. Schade nur, dass der ehrgeizige Industrielle, der schließlich noch ein grünlich glibberndes Frankenstein-Monster kreiert, in Jesse Eisenbergs Darstellung nur wie ein spinnerter Nerd daherkommt. In einer Wiederauflage seiner Rolle aus „The Social Network“ wirkt er nicht furchterregender als Mark Zuckerberg.

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Diese Fehlbesetzung versucht „Batman v Superman“ durch Prominenz in den Nebenrollen auszugleichen. Insbesondere Jeremy Irons ist eine Freude als Bruce Waynes Butler Alfred. Sein guter Ratschlag an seinen Chef gleich zu Beginn lautet: „Du bist zu alt, um jung zu sterben, aber nicht, um es doch versuchen zu wollen“, bringt das Dilemma dieses Films auf den Punkt: Man kriegt den Mythos auch mit einem schlechten Film nicht tot, so sehr man es versucht.

Batman v Superman – Dawn of Justice. USA 2016 Regie: Zak Snyder. 153 Minuten.

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