Der Teufel trägt diesmal Louboutin-Schuhe und wird von Sandra Bullock gespielt. Wenn sie als tyrannische Verlagslektorin morgens ins Büro stöckelt, stehen ihre ansonsten fröhlich herumlümmelnden Untergebenen stramm oder ducken sich in ihre Tastaturen, während sich Ryan Reynolds, der ihren persönlichen Assistenten mimt, in immer neuen Facetten der Selbstverleugnung übt.
Dann erfährt der kanadische Drachen, dass ihre Aufenthaltsgenehmigung für die USA abgelaufen ist, und schüttelt, um der Deportierung zu entgehen, Reynolds kurzerhand als zukünftigen Ehemann aus dem Ärmel. Der ist natürlich begeistert, dass sich seine berufliche Knechtschaft nun auch aufs Private ausdehnen soll, sieht dann aber die angenehmen Seiten des Arrangements. Einerseits kann sich der Assistent nach oben schlafen, ohne dass er dafür mit seiner Chefin das Bett teilen müsste, andererseits ergibt sich dabei auch manche Gelegenheit, sich zu revanchieren.
Selbst ist die Braut, Regie: Anne Fletcher, USA 2009, 108 Minuten.
Wer drei Mal raten muss, um das Ende von "Selbst ist die Braut" richtig vorherzusagen, hat eindeutig nicht genug romantische Komödien gesehen. Die frisch Verlobten versuchen, die Einwanderungsbehörde von ihrer innigen Liebe zu überzeugen, fliegen zum Kennenlernen zu seiner Familie nach Alaska und überzeugen dabei immerhin sich selbst. Etwas kniffliger ist da schon die Frage, warum sich eine hart arbeitende Erfolgsfrau für den Rest ihres Lebens mit einem eher bemitleidenswerten Unterling abgeben soll? Ganz einfach: Reynolds trauriger Held der Arbeit entpuppt sich als Millionenerbe, der Bücher liebt und für seinen Traum, Lektor zu werden, jede Demütigung erträgt.
Selbst ist die Braut, Trailer. USA 2009
Auf diesem Umweg findet der Film Anschluss an die klassischen Gesellschaftskomödien, die beinahe durchweg in den so genannten besseren Kreisen spielen, aber auch durchweg bessere Drehbuchautoren hatten. Selbst Sandra Bullock reißt die Durchschnittsware nicht heraus: Als Assistentin von Hugh Grant, dem "Chef zum Verlieben", war sie eine frische Brise, hier ist sie gerade mal ein laues Lüftchen. Das hat nichts mit angestammten Geschlechterrollen zu tun, sondern einfach mit fehlendem Esprit.