Rund um den Globus kämpft die Finanzbranche, um das in der Krise verloren gegangene Vertrauen ihrer Kunden. Die Mittel, die die Schweizer Großbank UBS dabei ergreift, reichen ins Groteske. Das Institut, das in der US-Hypothekenkrise zweistellige Milliardenbeträge abschreiben musste und Tausende Arbeitsplätze strich, schreibt in einem umfangreichen Verhaltenskodex seinen Mitarbeiterinnen unter anderem vor, dass sie dem Image der Bank zuliebe knitterfreie und hautfarbene Unterwäsche wählen sollen. Die Reputation der UBS sei das höchste Gut, heißt es zur Begründung.
Tatsächlich sind konservative Bekleidungsvorschriften in der Finanzbranche weit verbreitet. Die neuen Regeln, die zunächst nur in fünf neu eröffneten Filialen des Schweizer Instituts gelten sollen, gehen über die Anforderungen branchenüblicher Dresscodes jedoch weit hinaus. So wird den weiblichen Kundenberatern neben der Wahl von Dessous, die unter weißen Blusen unsichtbar bleiben, auch nahegelegt, mindestens alle vier Wochen den Friseur zu besuchen und eine Feuchtigkeitscreme zu benutzen.
Aber auch männliche Mitarbeiter müssen zur Imagepflege ran. Neben der branchenweit geltenden Uniformierung in grauen, dunkelblauen oder schwarzen Anzügen sollen sie auch bei der Wahl ihrer Socken Vorsicht an den Tag legen: gedeckte Farben reichen nicht aus – auch Muster sind tabu.
Der Vergangenheit angehören soll nach dem Willen der UBS auch der Döner in der Mittagspause. Der Genuss von zwiebel- oder knoblauchhaltigen Speisen ist untersagt. Raucher sollten Mundspray parat haben, damit sie nur ja keine unangenehmen Gerüche absondern. Vor allem aber dürfen keine allzu dicken Brieftaschen die Sakkotaschen ausbeulen. Wahrscheinlich soll so der Verdacht überzogener Bonuszahlungen bei der Großbank schon im Keim erstickt werden. (lee)
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