Aktuell: Wochenend-Magazin FR7 | FR-Recherche: Medikamententests an Heimkindern | Türkei | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | US-Wahl
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Flucht und Zuwanderung

27. Februar 2016

Flüchtlingsheim in Sachsen-Anhalt: Schüsse auf Flüchtlingsheim

Einschüsse festgestellt: Unbekannte haben auf die geplante Flüchtlingsunterkunft in Gräfenhainichen geschossen.  Foto: dpa

Eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Sachsen-Anhalt wird erneut attackiert. Nachdem das Gebäude schon geflutet und mit Steinen beworfen wurde, schießen Unbekannte in der Nacht zum Samstag auf das Gebäude. Der Staatsschutz ermittelt.

Drucken per Mail

Eine in Sachsen-Anhalt geplante Flüchtlingsunterkunft wird immer härter attackiert: In der Nacht auf Samstag ist auf das ehemalige Bürogebäude in Gräfenhainichen geschossen worden. Die Polizei prüft Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten Tötung. Wachleute, die sich zum Zeitpunkt der Tat in dem Objekt aufhielten, seien nicht verletzt worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Es wurden Einschüsse festgestellt, mehrere Fensterscheiben wurden zerstört. Ein Spürhund konnte eine Fährte aufnehmen, die Suche nach dem oder den Tätern blieb jedoch zunächst erfolglos.

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) verurteilte den «feigen und hinterhältigen» Anschlag. «Wir werden alles daran geben, den oder die Täter zu ermitteln und einer gerechten Strafe zuzuführen», sagte der Minister in Magdeburg.

Die Schüsse seien offenbar aus einer «erlaubnispflichtigen Waffe» abgegeben worden, sagte der Polizeisprecher. Über das Kaliber der verwendeten Munition machte er keine Angaben. Die Tat zeige «die zunehmende Hemmungslosigkeit von Ausländerfeinden, denen Staat und Gesellschaft gemeinsam entgegentreten müssen», wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Der Staatsschutz hat die Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen. Spezialisten des Landeskriminalamtes unterstützten die Spurensuche am Tatort.

Erst am vergangenen Wochenende waren Steine gegen das Gebäude geworfen worden. Glasscheiben und eine Werbetafel gingen zu Bruch. Auch diese Tat hatten Wachleute gemeldet.

Schon im Dezember vergangenen Jahres hatten Unbekannte das ehemalige Bürogebäude nachts unter Wasser gesetzt, so dass es unbewohnbar wurde. Der Sachschaden betrug 80 000 Euro. Nach dem Wasserschaden gab es dann mehrfach Attacken mit Steinen.

Nach dem Angriff vor einer Woche hatte ein Sprecher des Landratsamtes gesagt, es ändere sich nichts an den Plänen, in dem Gebäude Flüchtlinge unterzubringen. Bis zu 80 Menschen sollen dort einziehen. Allerdings stehe der einstige Bürokomplex wegen der Schäden mittelfristig nicht zur Verfügung. (dpa)


Die politischen Analysen und Kommentare der FR -
auch unterwegs auf dem Laufenden mit „FR News“.
Unsere beliebte App für iPhone und Android-Smartphones.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

Anzeige

Dossier

Flucht und Zuwanderung



Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Krieg und Terror, viele sterben auf dem Weg nach Europa. Dort steht die Politik vor Herausforderungen. Wenige protestieren, viele Menschen helfen.

Dossier-Übersicht - alles auf einen Blick
Kommentare und Leitartikel - Meinung der FR
Zuwanderung in Rhein-Main - Lage vor Ort

Asyl-Quoten

Verteilung der Asylsuchenden auf die Bundesländer nach dem "Königsteiner Schlüssel"

Daten: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Stand: 2015, Karte: Monika Gemmer