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Flucht und Zuwanderung

09. März 2016

Griechenland: Dramatische Lage in Flüchtlingslagern

In Idomeni sitzen 10000 Menschen im Camp fest.  Foto: REUTERS

„Ärzte ohne Grenzen“ prangert die Zustände in griechischen Camps an, in denen die Menschen bei Regen und niedrigen Temperaturen in Zeltstädten hausen. Nach der endgültigen Schließung der Balkanroute wird sich die Lage wohl noch verschlimmern.

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Athen/Idomeni –  

Mit der faktischen Schließung der Balkanroute nach Westeuropa wird die Lage der Flüchtlinge in Griechenland immer dramatischer. Rund 10.000 Menschen säßen derzeit bei Regen und Kälte allein in der Ortschaft Idomeni fest, sagte die für Hilfseinsätze zuständige Mitarbeiterin der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“, Constance Theisen, am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Der Grenzübergang nach Mazedonien sei seit Montag geschlossen. Neuen Regeln zufolge dürften nun selbst Syrer, die aus derzeit weniger vom Krieg betroffenen Gebieten wie Damaskus, Latakia und Homs stammen, die Grenze nicht mehr überqueren. Zudem müssten die Flüchtlinge gültige Dokumente vorweisen, im Zweifel sogar ein Schengen-Visum. „Solche Papiere hat hier niemand“, sagte Theisen.

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Berichte über eine bevorstehende Räumung des Camps konnte die Helferin nicht bestätigen. „Es gibt diesbezüglich keine Kommunikation zwischen den griechischen Behörden und uns“, sagte sie. Bei der Räumung des inoffiziellen Lagers im Dezember durch die Polizei seien die „Ärzte ohne Grenzen“, die dort momentan weitere Unterkünfte, Toiletten und Waschräume aufstellen, vorab nicht informiert worden.

Wo die Flüchtlinge im Falle einer Evakuierung untergebracht werden können, ist unklar. „Alle griechischen Camps sind voll“, sagte Theisen. Und einige der neu eröffneten Unterkünfte wie das Elliniko-Lager auf dem Gelände eines ehemaligen Flughafens in Athen seien eine „Schande“. Vor allem Afghanen campieren dort, angewiesen auf den Einsatz weniger freiwilliger Helfer. „Es gibt dort keine geschützten Bereiche, das bedeutet Gefahr vor allem für Frauen und Kinder“, sagte Theisen. (epd)

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