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Flucht und Zuwanderung

28. Januar 2016

Lageso: Drastische Notlüge

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Schlange Stehen vorm Lageso: Nach wie vor sind die Zustände vor Ort für Flüchtlinge und Helfer unerträglich.  Foto: dpa

Ein Berliner Flüchtlingshelfer erfindet den Tod eines 24-jährigen Syrers. Die Empörung ist groß, äußert sich aber an der falschen Stelle. Ein Kommentar.

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Tod eines 24-jährigen syrischen Flüchtlings in einem Berliner Krankenhaus. Todesursache: tagelanges Anstehen trotz starken Fiebers vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Moabit. Die Meldung verbreitete sich in den sozialen Netzwerken wie ein Lauffeuer, ein ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer hatte sie gestreut. Kaum einer zweifelte an deren Richtigkeit, im Gegenteil war sie viel zu realistisch, um erfunden zu sein: Denn seit Monaten sind die Zustände vor Ort verheerend und allgemein bekannt, ohne dass sich die Verantwortlichen um eine Verbesserung bemühten.

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„Er war vom Warten in der Kälte ausgelaugt, hatte einen grippalen Infekt", hatte eine Sprecherin der Initiative "Moabit hilft" noch im Vorfeld erklärt. Was rückwirkend als Lüge identifiziert werden muss, sind zweifelsohne drastisch zugespitzte Vorwürfe an die Berliner Sozialverwaltung mithilfe eines imaginären Falls. Ein Worst-Case-Szenario zu inszenieren, um Aufmerksamkeit zu erregen, mag als unlauteres Mittel gelten - öffentlichkeitswirksam war es allemal. Und vor allem sollte es andere Reaktionen hervorrufen, als die des Berliner Innensenators, der von der "miesesten und perfidesten Aktion, die ich jemals erlebt habe", spricht. Im Gegenteil dürften viele Flüchtlinge inklusive deren Helfer die Situation als "perfide und mies" empfinden, mit der sie täglich konfrontiert werden. Berlins Behörden hätten "Stunden nach dem erfundenen 'Lageso-Toten'" suchen müssen.

Würden sich die Behörden in ähnlichem Eifer um die 'Lageso-Lebenden' kümmern, bräuchte es solche fragwürdigen Mittel sicherlich nicht.

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