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Flucht und Zuwanderung

01. Februar 2016

Mainz: Polizei erklärt Flüchtlingen die Fastnacht

Ein Polizist verteilt Info-Broschüren in einer Flüchtlingsunterkunft in Mainz.  Foto: rtr

In Mainz werden Flüchtlinge darüber belehrt, dass eine Umarmung in der Fastnacht oder ein freizügiges Kostüm noch keine Aufforderung sei, intim zu werden. Was Fastnacht eigentlich ausmacht, erfahren sie dadurch eher nicht.

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Die 13-jährige Syrerin Sidrat kommt bereits geschminkt und ihre jüngere Schwester trägt ein Drachenkostüm: Polizisten erklären am Montag in Mainz Flüchtlingen, was Fastnacht ist. Mitfeiern dürfe jeder, sofern er sich an Regeln halte. Bis einschließlich Mittwoch (3. Februar) verteilen Polizeibeamte überall in Rheinland-Pfalz in den Erstaufnahmestellen für Flüchtlinge mehrsprachige Info-Flyer.

In Mainz erfahren die Flüchtlinge bei einer Infoveranstaltung etwa, dass eine Umarmung in der Fastnacht noch keine Aufforderung sei, intim zu werden. Auch nicht ein freizügiges Kostüm. «Fastnacht ist ein großes Volksfest, an dem alle Spaß haben», betonte der Mainzer Polizeipräsident Reiner Hamm nach dem Vortrag. Das gehe aber nur, wenn jeder sich an Regeln halte.

Was aber Fastnacht eigentlich ausmacht, weiß ein Ehepaar aus Syrien nach den eher nüchternen Ausführungen noch nicht. Er wisse nur, dass Fastnacht einmal im Jahr sei, sagt der Ehemann. Er sei aber neugierig und werde sich zusammen mit seiner Frau die Feier ansehen. Etwas Vergleichbares kenne er aus seiner Heimat nicht. Auch für den 21-jährigen Syrer Al-Ali Sezar ist es das erste Mal, dass er von Fastnacht hört. Es sei interessant gewesen, zu erfahren, was erlaubt sei und was nicht, meint er.

Der Arbeitskreis Asyl Rheinland-Pfalz setzt auf Berater und Sozialarbeiter, um Flüchtlinge über die närrischen Traditionen aufzuklären. «Seltsame kulturelle Bräuche müssen schon erklärt werden», sagt Siegfried Pick vom Arbeitskreis in Bad Kreuznach. Das trage zur Integration bei. Bereits jetzt würden in vielen Deutschkursen etwa Weihnachten oder Fastnacht angesprochen. Gleiches gelte für das Verhalten von sich treffenden Männern und Frauen. «Das Thema Integration beinhaltet auch immer Genderfragen, nicht erst seit Köln», erklärt Pick.

Auch in Trier war für die Polizei am Montag die Aufklärung mit Flyern und erklärenden Polizisten im Fokus. «Wir werden das so lange machen, bis alle informiert sind», versichert eine Polizeisprecherin in der Rhein-Mosel-Stadt.

Um die Infoblätter und Plakate hat sich das Landeskriminalamt (LKA) gekümmert. Insgesamt sind laut dem Innenministerium rund 16 000 Flyer gedruckt worden. Sie bieten einen Überblick über die Spielregeln in der Narrenzeit in deutscher, englischer, französischer und arabischer Sprache. (dpa)

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