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Flucht und Zuwanderung

01. Februar 2016

Mittelmeer : So tödlich ist die Mittelmeer-Route

Bundespolizisten bereiten sich auf einen Frontex-Einsatz in der Ägäis vor.  Foto: dpa

Es ist eine Statistik des Grauens: Allein im Januar sind mehr als 340 Geflüchtete im Mittelmeer ertrunken. Rund 62.000 Menschen sollen über die EU über die Seeroute erreicht haben.

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Auf der Flucht vor Elend und Krieg sind allein im Januar laut Vereinten Nationen mehr als 340 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten neuesten Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervor.

Demnach verloren vom 1. bis zum 30. Januar 344 Menschen ihr Leben bei Bootsunglücken, die weitaus meisten in der Ägäis. Mehr als 62 000 Menschen erreichten nach teils waghalsigen Überfahrten die Europäische Union, zu 90 Prozent Griechenland, die anderen Italien. Zum Vergleich: Im Juni 2015, als der große Flüchtlingszustrom begann, waren es knapp 55 000.

Nach Angaben des griechischen Vizeministers Ioannis Mouzalas kommen inzwischen deutlich mehr Wirtschafts- oder Armutsmigranten aus der Türkei nach Griechenland als Flüchtlinge, deren Leben in ihrer Heimat bedroht ist.

Im November 2015 seien 80 Prozent der angekommenen Menschen Flüchtlinge gewesen, sagte Mouzalas, der für Migration zuständig ist, dem griechischen Nachrichtensender Skai. Im Dezember und Januar habe sich dagegen der Anteil der Wirtschaftsmigranten auf 55 Prozent erhöht.

Allein am Montag wurden in Piräus rund 6000 Menschen von den Ägäis-Inseln erwartet. Die Türkei hatte im November der EU versprochen, den Flüchtlingszustrom zu reduzieren. Die große Zahl dieser Flüchtlinge hängt auch mit einem Streik der griechischen Seeleute zusammen, der nach vier Tagen am Sonntag zu Ende gegangen war. Erst dann konnten die Fähren wieder auslaufen. Die meisten wollen von Piräus sofort weiter Richtung Norden ziehen.

Bislang nur ein "Hotspot"

Auch auf dem südlichen Teil der Balkanroute waren am Montag mehrere Tausend Flüchtlinge unterwegs. Rund 1600 Menschen warteten in der Region des Eisenbahn-Grenzübergangs zwischen Griechenland und Mazedonien bei Idomeni-Gevgelija auf ihre Weiterreise. Am Wochenende hatten die mazedonischen Behörden nach Informationen aus griechischen Polizeikreisen mehrere Stunden lang den Grenzübergang geschlossen.

Griechenland will bis spätestens Ende Februar alle fünf geplanten Aufnahmezentren zur Registrierung und Verteilung Asylsuchender aufbauen. Darüber hinaus sind zwei große Zentren für jeweils rund 4000 Schutzsuchende auf dem Festland geplant. Dies beschloss die Regierung am Wochenende in Athen. Ehemalige Kasernen sollen zur Verfügung gestellt werden. Das griechische Militär werde die Verpflegung der Migranten übernehmen, teilte die Regierung mit.

Bislang ist nur ein Registrierzentrum in Betrieb, der sogenannte Hotspot auf der Insel Lesbos. Vier weitere Aufnahmezentren sollen auf den Inseln Chios, Samos, Leros und Kos entstehen. Ursprünglich wollte Athen alle Zentren bis Ende 2015 fertigstellen. Die Verzögerung wird unter anderem mit Personalmangel begründet. Demnach hat die EU bislang nicht alle versprochenen zusätzlichen Kräfte nach Griechenland geschickt.

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