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Flucht und Zuwanderung

10. Dezember 2014

UN-Flüchtlingshilfswerk: Immer mehr Flüchtlinge ertrinken

200 Flüchtlinge im Mittelmeer.  Foto: dpa

"Die tödlichste Route der Welt": Allein im Mittelmeer sterben in diesem Jahr laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk mehr als 3400 Menschen. Die Grünen sprechen von unterlassener Hilfeleistung und fordern ein Umdenken der Bundesregierung und der EU.

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Genf. –  

Bei dem Versuch, nach Europa zu fliehen, sind in diesem Jahr nach Angaben der Vereinten Nationen bereits mehr als 3400 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen. Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Mittwochmorgen bekannt gab, machten sich seit Januar 2014 mehr als 207.000 Menschen auf den gefährlichen Weg über das Meer. Mindestens 3419 Flüchtlinge starben dabei. Das sei ein neuer Rekord, erklärte das UNHCR.

Im Jahr 2011, inmitten der Umbrüche in der arabischen Welt, hatten sich den Angaben zufolge noch rund 70.000 Menschen auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer begeben. In diesem Jahr hätten sich die meisten Flüchtlinge von Libyen aus auf den Weg nach Italien und Malta gemacht, in der Hoffnung auf Arbeit und Frieden. Das UNHCR bezeichnete das Mittelmeer als die mittlerweile "tödlichste Route der Welt".

Das UN-Flüchtlingskommissariat veröffentlichte die Zahlen anlässlich einer zweitägigen Konferenz in Genf. Das UNHCR will dort ab Mittwoch über Hilfen zum Schutz von Flüchtlingen beraten, die die Meere überqueren.

Die Grünen fordern ein Umdenken der Bundesregierung und der EU. Die Parteivorsitzende Simone Peter sprach am Mittwoch von einer Schande für Europa. Das Seenotrettungsprogramm Mare Nostrum sei auch auf deutschen Druck hin eingestellt und durch eine Mission der Grenzschutzagentur Frontex ersetzt worden, kritisierte die Grünen-Chefin. «Da Frontex weder Mandat noch Mittel für eine umfassende Seenotrettung hat, muss sich auch die Bundesregierung unterlassene Hilfeleistung vorwerfen lassen.» Nach UN-Schätzungen gab es in diesem Jahr fast 350.000 Bootsflüchtlinge - mehr als je zuvor. (afp/dpa)

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