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Berlin und das Flughafen-Debakel
Berlin und das Debakel um den Flughafen BER

09. März 2016

Flughafen: BER-Eröffnung 2017 ist fraglich

Beim geplanten Hauptstadtflughafen wächst schon Gras über die Sache, resp. die Gehwegplatten.  Foto: dpa

Die Zeit bis zur geplanten Eröffnung den neuen Berliner Großflughafen wird immer knapper. Zwar geht die Sanierung des neuen Terminals voran, doch nun müssen die Unterlagen dazu nachgebessert werden. Die fünfte Verschiebung liegt in der Luft.

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Schönefeld –  

Am neuen Hauptstadtflughafen gerät der Zeitplan zur geplanten Eröffnung 2017 immer stärker unter Druck. Das Bauordnungsamt fordert weitere Nachweise sowie Nachbesserungen an den Unterlagen zum Umbau der Brandschutzanlage. Das könnte auch zusätzliche Bauarbeiten im Terminal nach sich ziehen, wie aus einem internen Schreiben des Flughafen-Technikchefs Jörg Marks hervorgeht. „Im Ergebnis der Nachsimulation könnte jetzt ein etwas höheres Restbausoll entstehen.“ Wie viel Verzug dadurch entsteht, ist noch offen. In der vergangenen Woche hatte Marks noch einen Start Ende Oktober 2017 für machbar erklärt.

Die Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens war in den vergangenen Jahren wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Technikproblemen vier Mal verschoben worden. Ursprünglich sollte der Willy-Brandt-Flughafen im Oktober 2011 an den Start gehen.

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An diesem Freitag tritt der Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung zusammen, die jedoch eigentlich einberufen worden war, um den Standort des künftigen Regierungsterminals zu klären.

Der Flughafen hatte Mitte Februar mit mehrmonatiger Verspätung einen umfangreichen Nachtrag zum Bauantrag beim Bauordnungsamt eingereicht. Die Papiere regeln zahlreiche Umbauten im Terminal. Auf diese Unterlagen beziehen sich die Nachforderungen der Behörde. Über Marks‘ Schreiben dazu hatte zuerst „Der Tagesspiegel“ (Mittwoch) berichtet.

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld ist seit einem Jahr im Amt.  Foto: dpa

„Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) prüft diese Hinweise ernsthaft und zuverlässig“, betonte Marks. Er hofft, nicht alles bis zur Eröffnung abarbeiten zu müssen. „Wir werden jetzt im Dialog mit der Bauaufsichtsbehörde zu klären haben, welche dieser Feststellungen zwingend vor der Genehmigung gelöst werden müssen oder aber als Forderungen Teil der Genehmigung sein können.“

SPD hält an Termin fest

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hatte eigentlich damit gerechnet, dass die Behörde den Nachtrag im April genehmigt. Dann wollte er einen konkreten Eröffnungstermin nennen. Bisher hatte der Flughafen lediglich vom zweiten Halbjahr 2017 gesprochen. Etwa vier Monate dieses sechsmonatigen Zeitpuffers sind jedoch verbraucht – zum einen wegen der Pleite der wichtigen Baufirma Imtech, zum anderen, weil die Arbeit an dem Nachtrag länger dauerte als gedacht.

Mühlenfeld hatte den Chefposten bei der Flughafengesellschaft vor einem Jahr von Hartmut Mehdorn übernommen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) würdigte aus Anlass des Jahrestags (16. März) die Arbeit des Ingenieurs. „Karsten Mühlenfeld hat gemeinsam mit Technikchef Marks seit seinem Amtsantritt sehr viel aufgeräumt und die klare Richtung für den Schlussspurt vorgegeben“, teilte die Senatskanzlei auf Anfrage mit, bevor die Nachforderungen der Behörde öffentlich wurden. Es ist für Berlin und auch mir wichtig, die Bauarbeiten in diesem Jahr zu beenden“, betonte Müller.

Trotz neuer Schwierigkeiten hält die Brandenburger Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) den Terminplan für den neuen Hauptstadtflughafen nicht für gefährdet. „Ich denke, dass die Zeitplanung Ende 2017 nach wie vor machbar ist“, sagte Schneider am Mittwoch in Potsdam. Das Bauordnungsamt verlangt Nachbesserungen an umfangreichen Bauunterlagen, die der Flughafen Mitte Februar eingereicht hatte. „Das ist bei 52 Aktenordnern nicht so ungewöhnlich“, sagte Schneider. Sie gehe davon aus, dass sich die Beteiligten verständigen können. Die CDU-Opposition im Brandenburger Landtag fordert eine Sondersitzung des Flughafen-Ausschusses. (dpa)

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