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Berlin und das Flughafen-Debakel
Berlin und das Debakel um den Flughafen BER

27. Februar 2013

BER-Skandal: Bau des Flughafens soll an Fahrt aufnehmen

Bislang ist ein Flugverbot in Schönefeld von 0.00 Uhr bis 5.00 Uhr geplant, in den Randzeiten gelten Einschränkungen.Foto: dpa

Höchstens 300 Arbeiter sind auf der größten Baustelle Ostdeutschlands unterwegs. Noch immer fehlt ein kompletter Überblick über die Mängel am Hauptstadtflughafen. Für Technikchef Amann ist dieses Problem auch hausgemacht.

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Berlin –  

Die Bauarbeiten am künftigen Hauptstadtflughafen sollen im Spätsommer wieder Fahrt aufnehmen. Bis zum Juni oder Juli laufe eine Bestandsaufnahme, sagte Technikchef Horst Amann am Mittwoch. Im dritten Vierteljahr werde mit den beteiligten Firmen über Restarbeiten und Mängelbeseitigung verhandelt. „Dann werden wieder richtig Leute auf die Baustelle kommen.“ Auch einen neuen Eröffnungstermin werde er frühestens dann nennen, sagte Amann. Die Inbetriebnahme war wegen Technikproblemen, Baumängeln und Fehlplanungen schon vier Mal abgesagt worden.

Amann warnte davor, das geplante Nachtflugverbot auszuweiten. An den sogenannten Randzeiten von 22.00 Uhr bis 0.00 Uhr und von 5.00 Uhr bis 6.00 Uhr dürfe nicht gerüttelt werden. „Sie sind exorbitant wichtig, sie sind für einen global operierenden Flughafen ein Muss“, sagte Amann in einer Rede beim Verein Berliner Kaufleute und Industrieller. Bislang ist ein Flugverbot von 0.00 Uhr bis 5.00 Uhr geplant, in den Randzeiten gelten Einschränkungen. Die rot-rote Koalition wollte am Mittwoch im Brandenburger Landtag ein Volksbegehren für mehr Nachtruhe am Hauptstadtflughafen annehmen.

Teils fehlten noch immer Pläne

Es sei an der Zeit, dass vor dem Bau wieder geplant werde, begründete Amann die umfangreiche Bestandsaufnahme. Teils fehlten noch immer Pläne, in anderen Fällen müsse umgeplant werden. Er kritisierte den Rauswurf der Generalplaner im vergangenen Jahr. Möglicherweise sei das richtig gewesen, sagte Amann, fügte aber hinzu: „Es wäre besser gewesen, sich vorher zu überlegen, wie ich etwas kompensiere, wenn ich es nicht mehr habe.“

Momentan sind nach Amanns Worten täglich 200 bis 300 Arbeiter auf der Baustelle, tätig seien sie in Treppenhäusern und in den Pavillons neben dem Abfertigungsgebäude. „Wir haben keinen Stillstand, aber es geht nur moderat voran“, sagte der Technik-Geschäftsführer, der seit August in Schönefeld im Einsatz ist.

Ambitionen auf den vakanten Posten des im Januar gefeuerten Flughafenchefs Rainer Schwarz ließ Amann nicht erkennen. Die Stelle sei ihm nicht angeboten worden. Der Aufsichtsratschef, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platezck (SPD), wollte den früheren Frankfurter Flughafenchef Wilhelm Bender holen, der aber nur als Berater einspringen will. Am Mittwoch sollte sein erster Arbeitstag sein. Laut Amann entscheidet der Aufsichtsrat an diesem Freitag, welcher Personalvermittler einen neuen Flughafenchef sucht.

Skeptisch äußerte sich Amann zu einer Erweiterung des Terminals C am Flughafen Tegel. Der Neubau würde den Betrieb beeinträchtigen. „Weshalb ich nicht glaube, dass es einen Nutzen hätte.“ Für den Neubau in Schönefeld prüfen die Verantwortlichen den Bau zusätzlicher Abfertigungskapazitäten im neuen Terminal.

Auch könnte die nördliche Start- und Landebahn - die der neue Airport vom benachbarten alten Schönefelder Flughafen übernimmt - vor der Eröffnung saniert werden.
Aus Amanns Sicht wird der Hauptstadtflughafen an der Grenze seiner Kapazität starten. Er ist für 27 Millionen Passagiere geplant. Das Wachstum des Luftfahrtstandorts Berlin sieht der Geschäftsführer jedoch vorerst am Ende. „Wir erwarten eine Stabilisierung auf gut 25 Millionen Passagieren.“ 2012 hatte Berlin mit 25,1 Passagieren einen weiteren Rekord erzielt. Zuletzt hätten aber nicht zusätzliche Flüge, sondern nur noch größere Maschinen für Wachstum gesorgt, sagte Amann. (dpa)

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