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Flughafen: Lärm, Ausbau, Wachstum
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten.

27. Februar 2012

Burson-Marsteller : "Wir würden niemals Demonstranten bezahlen"

 Von Friederike Tinnappel
Die Agentur ist umstritten.  Foto: Rolf Oeser

Eine fragwürdige PR-Agentur hat den Auftrag, unter Flughafen-Beschäftigten für den Ausbau des Flughafens zu trommeln. Der Geschäftsführer wehrt sich nun gegen den Vorwurf, Demonstranten würden bezahlt. Zumindest Fahrtkosten werden aber offenbar übernommen.

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Wenige Tage, bevor es am Donnerstag auf dem Frankfurter Römerberg eine machtvolle Kundgebung für den Flughafen-Ausbau geben soll, erläuterte der Geschäftsführer von Burson-Marsteller Deutschland, Karl-Heinz Heuser, welche Rolle seine Agentur bei der Initiative „Ja zu Fra“ spielt.

Burson-Marsteller war in Zusammenhang mit der geplanten Demo ins Gerede gekommen – das war Heuser offenbar unangenehm. Deshalb wurde die Presse am Montag zu einem Hintergrundgespräch in den 19. Stock von Burson-Marsteller in der Hanauer Landstraße eingeladen – Blick auf den Neubau der Europäischen Zentralbank inklusive.

Vor drei Wochen sei die Lufthansa, die von der Agentur in 28 europäischen Ländern betreut wird, auf Burson-Marsteller mit der Bitte zugekommen, Teilnehmer für die Kundgebung zu mobilisieren. In erster Linie sollten die Mitarbeiter jener drei Unternehmen angesprochen werden, von denen die Initiative „Ja zu Fra“ getragen wird.

Das sind neben der Lufthansa der Ferienflieger Condor und Flughafenbetreiber Fraport. Es sollen aber auch jene Bürger und Bürgerinnen ins Boot geholt werden, die sich für den Wirtschaftsstandort Frankfurt starkmachen wollen. Diesen Menschen eine Plattform zu geben, so Heuser, sei doch legitim.

Fraport bezahlt RMV für Fahrten

Den Vorwurf aus Kreisen der Fluglärmgegner, dass es bezahlte Demonstranten gebe, wies Heuser zurück: „Wir würden niemals Demonstranten bezahlen – dafür, dass sie irgendwo auftauchen.“

Auch Fraport und Lufthansa bemühen sich um die Mobilisierung. Fraport sicherte Mitarbeitern, die kein Jobticket haben, zu, dass am Donnerstag ihr Dienstausweis als Ticket für die Fahrt vom Flughafen zum Römerberg und zurück gilt. Eine Sprecherin des Rhein-Main-Verkehrsverbundes bestätigte dies. Fraport habe für diesen Service bezahlt. Wie viel, blieb offen.

Außerdem wird es einen Bus-Shuttle vom Flughafen zum Römerberg geben. Fraport-Sprecher Peter Schweitzer rechnet für den Donnerstag mit „mehreren tausend Teilnehmern“. Man wolle „den Römerberg vollbekommen“.

Auch Jan Bärwalde von der Lufthansa geht von „mehreren tausend“ Demonstranten aus. Die Lufthansa hat Vielflieger um Unterstützung gebeten. Kunden, die im Rahmen von „Miles and More“ eingewilligt haben, Informationen von Lufthansa zu erhalten, hat die Airline eine Mail geschickt.

„In der gegenwärtigen Fluglärmdebatte gerät die immense gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Luftverkehrswirtschaft und des Frankfurter Flughafens immer mehr in den Hintergrund“, heißt es in dem Schreiben.

Das Geld könnte besser investiert werden

Und: „Ich würde mich freuen, wenn auch Sie am 1. März ,Ja zu Fra‘ sagen und danke Ihnen für Ihre Unterstützung“, bedankt sich der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Christoph Franz, in der Mail.

FR-Leser kritisieren die Pro-Fra-Kundgebung: Der Slogan suggeriere, die Bürgerinitiativen gegen Fluglärm seien generell gegen den Flughafen. „Das ist eine bewusste Falschaussage und hetzt die Menschen nur gegeneinander auf“, schreibt Manfred Schubö.

„Die Proteste richten sich gegen den Ausbau des Flughafens und nicht gegen den Flughafen grundsätzlich, argumentiert auch Renate Schaub-Limbart aus Frankfurt-Niederrad. Jetzt werde auch noch Geld für großformatige Aufrufe in Zeitungen und im Rundfunk ausgegeben – Geld, das besser der lärmgeplagten Region zugutekommen sollte.

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